Kritik an Verwaltung ist notwendig – aber Respekt vor den Beschäftigten auch
Die Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (AfA) in der Dortmunder SPD verfolgt die aktuelle Artikelserie der Ruhr Nachrichten zur Dortmunder Stadtverwaltung mit Aufmerksamkeit.
Natürlich muss über Probleme in der Verwaltung berichtet werden. Wenn Bürgerinnen und Bürger zu lange auf Antworten warten, Zuständigkeiten unklar sind oder Abläufe nicht funktionieren, muss darüber gesprochen und vor allem nach Lösungen gesucht werden.Aber bei aller berechtigten Kritik darf eines nicht aus dem Blick geraten: Die Dortmunder Stadtverwaltung besteht aus mehr als 12.000 Menschen, die jeden Tag gute und wichtige Arbeit für unsere Stadt leisten. Sie kümmern sich um Kitas, Schulen, Jugendhilfe, soziale Leistungen, Sicherheit, Infrastruktur, Bauvorhaben, Bürgerdienste und vieles mehr.
Wer aus einzelnen Fällen ein Bild einer insgesamt trägen, unfähigen oder unmotivierten Verwaltung zeichnet, wird der Realität und den Beschäftigten nicht gerecht.
Führung bedeutet Verantwortung
Dabei darf auch die politische Verantwortung nicht ausgeblendet werden.
Der Oberbürgermeister ist nicht Kommentator der Verwaltung, sondern ihr Chef. Wer dieses Amt übernimmt, trägt Verantwortung für mehr als 12.000 Beschäftigte – und damit auch für die Strukturen, in denen sie arbeiten.
Alexander Kalouti hat selbst angekündigt, die Verwaltung als Team führen zu wollen. Wer „Team“sagt, muss sich aber auch wie ein Teamchef verhalten: Probleme lösen, Verantwortung übernehmen und den eigenen Beschäftigten den Rücken stärken. Natürlich läuft in einer Organisation dieser Größe nicht alles immer fehlerfrei. Das ist auch in großen Unternehmen so. Aber ständig den Eindruck zu vermitteln, die Verwaltung sei träge oder unfähig, ist zu einfach.
Wo es strukturelle Defizite gibt, ist Führung gefragt. Wer an der Spitze steht, kann Verantwortung nicht nach unten delegieren.
Die Beschäftigten wissen sehr genau, wo es in den Abläufen hakt. Sie erleben täglich, welche Folgen Personalmangel, zunehmende Aufgaben, komplizierte gesetzliche Vorgaben und teilweise überholte Strukturen haben. Wer Verwaltung wirklich verbessern will, muss deshalb mit den Beschäftigten sprechen, ihre Erfahrungen ernst nehmen und sie an Veränderungen beteiligen.
Wo bleibt das Positive?
Die AfA fragt deshalb auch: Wo bleibt in der aktuellen Berichterstattung das Positive?Wo wird darüber berichtet, wenn Beschäftigte Probleme für Bürgerinnen und Bürger lösen? Wo werden die Kolleginnen und Kollegen sichtbar, die täglich dafür sorgen, dass diese Stadt funktioniert? Wo wird darüber gesprochen, was Verwaltung trotz schwieriger Rahmenbedingungen leistet?
Kritik allein verbessert keine Verwaltung.
Eine bessere Verwaltung entsteht durch gute Führung, ausreichend Personal, moderne Strukturen, klare Zuständigkeiten und vor allem durch Beschäftigte, die ernst genommen und beteiligt werden.
Als AfA stehen wir deshalb für eine klare Haltung:
Wir wollen eine leistungsfähige, bürgernahe und moderne Verwaltung. Aber nicht durch das öffentliche Abwerten der Menschen, die dort arbeiten.
Die Kolleginnen und Kollegen verdienen Anerkennung für ihre Arbeit. Und dort, wo es Probleme gibt, brauchen sie politische Unterstützung und Entscheidungen, die diese Probleme tatsächlich lösen.
Kritik ja. Pauschale Abwertung nein.
Verwaltung verbessern – gemeinsam mit den Beschäftigten.