Grenzenlose Wärme – Refugee Relief Work gewinnt den Dortmunder Heimat-Preis 2026

Bei der Verleihung des Heimat-Preises 2026 mit Oberbürgermeister Alexander Kalouti wurde der Verein „Grenzenlose Wärme – Refugee Relief Work“ mit dem ersten Platz für ihr Projekt „Helping Hours“ ausgezeichnet.
© Stadt Dortmund / Andreas Buck

Das Projekt „Helping Hours“ ist mit dem diesjährigen Dortmunder Heimat-Preis ausgezeichnet worden. Mit rund 65 Prozent der Stimmen sicherte sich das Angebot des Vereins „Grenzenlose Wärme – Refugee Relief Work“ den ersten Platz in der Abstimmung und damit 7.500 Euro Preisgeld.

Die „Helping Hours“ sind regelmäßige Treffen, in denen Ehrenamtliche gemeinsam Sachspenden sortieren, prüfen und für die Weitergabe an lokale und globale Netzwerkpartner vorbereiten. Hier treffen sich engagierte Menschen aus Dortmund, lernen die Lebensrealitäten der jeweils anderen kennen und schätzen und leisten dabei wichtige Arbeit in der Hilfe für Geflüchtete. Für dieses Engagement nahm der Verein nun am Donnerstag (3. September) den Heimat-Preis 2026 der Stadt Dortmund entgegen. In der öffentlichen Abstimmung unter den drei Nominierten waren mit Abstand die meisten Stimmen auf das Projekt entfallen. Oberbürgermeister Alexander Kalouti übergab die Auszeichnung in feierlichem Rahmen in der Bürgerhalle des Rathauses.

Kopf-an-Kopf-Rennen um Plätze zwei und drei

Kopf an Kopf wurden die beiden weiteren Plätze vergeben. Mit 20 Prozent der abgegebenen Stimmen errang der interkulturelle Frauenverein „Sophia“ den zweiten Platz und erhielt ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro. Der Historische Verein Huckarde 2019 belegte mit 15 Prozent der Stimmen den dritten Platz und gewann so 2.500 Euro.

Für den Dortmunder Heimat-Preis hatten sich in diesem Jahr insgesamt 27 Projekte beworben. Eine durch das Amt für Stadterneuerung koordinierte Fachjury wählte daraus die drei Finalisten aus. Vom 15. Juni bis zum 13. Juli konnten dann alle Dortmunder*innen online oder schriftlich ihre Stimme für die Nominierten abgeben.

Gemeinschaftlich verbunden, weltoffen im Kern

„Heimat bedeutet Vertrautheit und Zugehörigkeit“, sagte Oberbürgermeister Alexander Kalouti. „Dieses tiefe Gefühl der Verbundenheit gehört zu Dortmunds Identität – kombiniert mit einer starken Tradition der Weltoffenheit. Die drei sehr unterschiedlichen Preisträger passen deshalb hervorragend zu Dortmund als Heimat: Sie stärken das Gefühl der Zugehörigkeit und erweitern Perspektiven. Im Namen der Stadt Dortmund danke ich den vielen Ehrenamtlichen für ihren Einsatz für unsere Gemeinschaft.“

Grenzenlose Wärme – Refugee Relief Work e.V.: Für Geflüchtete in Dortmund und weltweit

In den „Helping Hours“ lernen Menschen beim Sortieren von Sachspenden die Lebensrealitäten der jeweils anderen kennen und schätzen. Regelmäßig helfen dabei auch Geflüchtete, die in den Dortmunder Landesunterkünften untergebracht sind. Sie finden hier unkompliziert Anschluss. Der Verein bietet einen einfachen Weg für Integration. Das Projekt verfolgt auch das Ziel, solidarische Strukturen in Dortmund zu stärken. Denn die Sachspenden gehen zum einen an verschiedene Dortmunder Initiativen, die sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt, demokratische Werte und Unterstützung im Alltag einsetzen. Zum anderen unterstützt der Verein auch Organisationen weltweit. Allein von 2020 bis 2024 sind so mehr als 1.426 Paletten mit Hilfsgütern an Menschen in Not verschickt worden.

Der Verein hat sich 2016 aus einer Initiative von Studierenden der Fachhochschule Dortmund entwickelt. Ehrenamtliche unterstützten damals Flüchtlingsorganisationen in Griechenland und Bosnien. Seit 2020 werden Sachspenden gesammelt, sortiert und verschickt. In einer Lagerhalle im Dortmunder Hafen erfolgt die logistische Verarbeitung der Spenden und der Start der Hilfstransporte. Dazu zählt viel Kleidung, aber auch anderes Material wie Krankenhausbetten oder medizinische Hilfsmittel. Von hier gehen regelmäßig Hilfstransporte in die Ukraine.

Sophia e.V.: Frauen im interreligiösen Dialog

Der interkulturelle Verein Sophia e. V. von Frauen für Frauen ist Mitveranstalter des jährlichen interreligiösen Frauenmahls im muslimischen Fastenmonat Ramadan. Dieses Projekt fördert den Dialog und die Begegnung Dortmunder Frauen aus unterschiedlichen Religionen. Die Veranstaltung findet seit 2018 regelmäßig statt. Jedes Jahr gibt es neben dem gemeinsamen Essen und der Begegnung auch Impulse durch Referentinnen aus christlicher, jüdischer und muslimischer Perspektive.

Historischer Verein Huckarde 2019 e. V.: Brücke vom Gestern ins Heute

Den dritten Platz belegt der Historische Verein Huckarde 2019 mit dem Projekt „und jetzt – Huckarde“. Der Verein vermittelt die Geschichte des Stadtteils in regelmäßigen thematischen Vorträgen und historischen Wanderungen. Neu nach Huckarde hinzugezogene Menschen finden schnell Anschluss und erfahren Wissenswertes über den Ort. Der Verein baut aber auch eine Brücke zwischen Historie und Gegenwart: Vorträge zur künstlichen Intelligenz in der Geschichtsarbeit des Vereins finden ebenso statt wie Nachwächterrundgänge in historischer Kleidung.

Über den Heimat-Preis

Der Heimat-Preis ist Teil des Heimat-Förderprogramms, das das nordrhein-westfälische Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung ins Leben gerufen hat. Die Stadt Dortmund hat zur Umsetzung dieses Programms die Koordinierungsstelle Heimat im Amt für Stadterneuerung eingerichtet. Diese Stelle organisiert seit 2020 den Dortmunder Heimat-Preis. Weitere Informationen unter: dortmund.de/heimat