Pressemitteilung der Ratsfraktionen SPD, Bündnis 90 / Die Grünen & Volt sowie Die Linke & Tierschutzpartei 

Gemeinsame Pressemitteilung der Ratsfraktionen SPD, Bündnis 90 / Die Grünen
& Volt sowie Die Linke & Tierschutzpartei 

Ratsfraktionen kritisieren OB Kalouti für Aussagen über aidshilfe Dortmund.
SPD,  Bündnis  90  /  Die  Grünen & Volt sowie Die Linke & Tierschutzpartei
weisen  Vorwürfe  des Oberbürgermeisters zurück und stellen sich hinter die
aidshilfe Dortmund .

Die  Ratsfraktionen von SPD, Bündnis 90 / Die Grünen & Volt sowie Die Linke
& Tierschutzpartei weisen die öffentlichen Äußerungen von Oberbürgermeister
Alexander  Kalouti (CDU) zur aidshilfe Dortmund entschieden zurück. Kalouti
hatte   am  2.  September  2026  im  Debattenformat  „Port+Puls“  der  Ruhr
Nachrichten  angekündigt,  prüfen zu wollen, ob die Stadt die Verantwortung
für  die  Drogenkonsumräume  künftig  selbst übernehmen solle. Gleichzeitig
stellte er die Effizienz der Strukturen beim gemeinnützigen Träger infrage.

Die   drei   Fraktionen   betonen,  dass  die  aidshilfe  seit  Jahren  ein
verlässlicher  und  wichtiger  Partner der Stadt ist. Gerade im Bereich der
Suchthilfe   verfügt   sie   über   langjährige   fachliche  Expertise  und
umfangreiche Erfahrung. Erst kürzlich wurde der Kooperationsvertrag für den
Drogenkonsumraum  am Grafenhof um weitere fünf Jahre verlängert. Vor diesem
Hintergrund  ist  für  die  Fraktionen  nicht  nachvollziehbar,  warum  der
Oberbürgermeister die Strukturen nun öffentlich infrage stellt.

„Die  aidshilfe  leistet  seit  Jahren  wichtige  Arbeit  für Menschen, die
dringend  Unterstützung  benötigen. Gerade bei der Drogenhilfe brauchen wir
verlässliche   Strukturen   und   Vertrauen.   Wenn  der  Oberbürgermeister
Veränderungen  anstoßen  möchte,  sollte  er  zunächst das Gespräch mit den
Beteiligten  suchen,  statt  öffentlich  Vorwürfe zu erheben“, sagt Daniela
Worth, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion.

Sorge  bereitet  den Fraktionen auch die Verunsicherung, die die Äußerungen
bei  den  Beschäftigten  der  aidshilfe  ausgelöst hätten. Zugleich könnten
öffentliche   Vorwürfe  die  gesellschaftliche  Akzeptanz  der  Drogenhilfe
schwächen. „Wir brauchen keine öffentlichen Schuldzuweisungen, sondern eine
verlässliche  Drogenhilfe.  Wenn  es Verbesserungsbedarf gibt, muss darüber
gemeinsam  und  auf  Grundlage konkreter Fakten gesprochen werden“, erklärt
Jenny  Brunner,  Mitglied  im Sozialausschuss der Fraktion Bündnis 90 / Die
Grünen & Volt.

Auch  die Fraktion Die Linke & Tierschutzpartei kritisiert das Vorgehen des
Oberbürgermeisters.  „Wir  erwarten  vom  Oberbürgermeister,  dass  er  den
Anspruch  des  ‚Dortmunder Weges‘, den er mit seinem Amtsantritt etablieren
wollte,  auch  selbst  ernst  nimmt.  Dazu gehört, miteinander zu sprechen,
bevor  öffentlich  und  ohne  vorherigen Dialog Zweifel an der Arbeit eines
Trägers  geäußert  werden“,  betont  Fatma  Karacakurtoglu, Vorsitzende der
Fraktion Die Linke & Tierschutzpartei.

Mit ihrer gemeinsamen Erklärung stellen sich die drei Fraktionen hinter die
aidshilfe  Dortmund  und  ihre Beschäftigten. Sie machen deutlich, dass sie
hinter  der  Arbeit  des  Trägers  und  der bestehenden Kooperation stehen.
Sollte   der   Oberbürgermeister   Veränderungen  anstreben,  erwarten  die
Fraktionen einen sachlichen Austausch mit dem Träger und der Politik.