Digitale Souveränität bedeutet für die Stadt vor allem, sich bei digitalen Systemen, Daten und Prozessen möglichst unabhängig von einzelnen Herstellern zu machen. Das Ziel ist es, langfristig handlungsfähig zu bleiben. Denn fehlende digitale Souveränität hätte im Ernstfall für die Bürgerinnen und Bürger spürbare Folgen – zum Beispiel, wenn ein Cyberangriff wichtige Systeme lahmlegt oder eine zentrale Anwendung nicht mehr verfügbar oder finanzierbar ist.
Die Strategie der Stadt setzt deshalb auf vier Handlungsfelder: Technologie, Sicherheit, Wissen und Kooperation.
Bei der Beschaffung digitaler Lösungen soll digitale Souveränität als Kriterium künftig eine stärkere Rolle spielen. Open-Source-Software kommt weiterhin infrage, wenn entsprechende Lösungen für die jeweiligen Anwendungsfälle geeignet und verfügbar sind. Darüber hinaus soll darauf geachtet werden, dass die unterschiedlichen Systeme miteinander kommunizieren und Daten austauschen können. Diese Interoperabilität soll verhindern, dass die Stadt unnötig von einzelnen Anbietern oder technischen Lösungen abhängig wird.
Open Source gemeinsam voranbringen
Für viele Fachanwendungen einer Kommunalverwaltung gibt es derzeit noch keine geeigneten Open-Source-Lösungen auf dem Markt. Daher will Dortmund auch an den Rahmenbedingungen arbeiten. Die Stadt engagiert sich in verschiedenen Gremien und Netzwerken mit anderen Kommunen und Akteuren, um gemeinsam Lösungen voranzubringen.
Dazu passt auch die geplante Gründung eines Open-Source-Boards am 18. September während der Digitalen Woche Dortmund. In dem Netzwerk sollen Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten. Ziel ist es, Dortmund als Open-Source-Standort zu stärken, Wissen und Kompetenzen zu bündeln und perspektivisch die Entwicklung neuer Open-Source-Anwendungen für kommunale Bedarfe zu unterstützen.
Wissen teilen und digitale Kompetenzen stärken
Digitale Souveränität endet nicht an den Grenzen der Stadtverwaltung. Die Strategie sieht deshalb auch vor, Medien- und Technologiekompetenzen sowohl innerhalb der Verwaltung als auch in der Stadtgesellschaft zu stärken. Dafür sollen künftig entsprechende Formate entwickelt werden.
„Digitale Souveränität ist keine Frage, die eine Verwaltung allein lösen kann. Wir müssen Wissen teilen, gemeinsam lernen und die Zusammenarbeit mit anderen Kommunen sowie mit Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft stärken. Gerade bei Open Source können wir als Kommunen unsere Bedarfe gemeinsam besser sichtbar machen und Lösungen voranbringen“, sagt Stadtdirektor Christian Uhr, Dezernent für Personal, Digitales und Verwaltungsmodernisierung.
Mit der Strategie für digitale Souveränität schafft Dortmund einen verbindlichen Orientierungsrahmen für die weitere Digitalisierung der Stadtverwaltung. Die darin beschriebenen Ansätze sollen künftig bei technischen Entscheidungen, Beschaffungen und der Weiterentwicklung digitaler Lösungen berücksichtigt werden.
Ziel ist eine digitale Verwaltung, die auch bei sich verändernden technischen, wirtschaftlichen und sicherheitsbezogenen Bedingungen dauerhaft handlungsfähig bleibt.