Dortmunder Unterwelten

 GRÜNE & Volt informieren sich bei
Sommertour über Dortmunder Bunkeranlagen

 Im Rahmen ihrer Sommertour hat sich die Ratsfraktion GRÜNE & Volt über die Dortmunder Bunkeranlagen informiert. Im Mittelpunkt standen ihre historische Bedeutung, die Erinnerung an Zwangsarbeiter*innen und Häftlinge sowie Fragen zu Denkmalschutz, Sicherheit und einer möglichen öffentlichen Nutzung.Die „Danziger Freiheit“ an der Bornstraße ist ein wichtiges Zeugnis der Dortmunder Bunkergeschichte. Der 1941 errichtete Tiefbunker umfasst gut 1.000 Quadratmeter und rund 80 Räume. Für bis zu 2.000 Menschen ausgelegt, suchten dort gegen Kriegsende zeitweise mehr als 3.000 Menschen Schutz. Zahlreiche historische Spuren sind bis heute erhalten.

Unter der Dortmunder Innenstadt befindet sich zudem mit dem Tiefstollen der größte zivile Luftschutzstollen Deutschlands. Das erhaltene System erstreckt sich über rund viereinhalb Kilometer vom Hauptbahnhof bis in Richtung Westpark und verfügte einst über 19 Zugänge. Vollständig ausgebaut hätte das geplante Stollennetz rund neun Kilometer umfasst und zehntausenden Menschen Schutz bieten können. Die Anlage steht zugleich für die Geschichte des Luftkriegs und die Verbrechen der NS-Diktatur. Insbesondere ab 1943 mussten Zwangsarbeiter*innen und Häftlinge unter lebensgefährlichen Bedingungen am Ausbau der Stollen arbeiten. Ihre Geschichte ist deshalb ein zentraler Teil der Erinnerung an diesen Ort.

Katrin Lögering, Ratsmitglied von GRÜNE & Volt, erklärt:

„Unter unseren Füßen liegt an mancher Stelle ein Teil der Dortmunder Geschichte, den die meisten Menschen kaum kennen. Gleichzeitig dürfen wir diese Anlagen niemals losgelöst von ihrer Entstehungsgeschichte betrachten. Menschen wurden unter der nationalsozialistischen Diktatur zur Arbeit an diesen Stollen gezwungen. Wenn wir diese Orte erhalten und öffnen, muss die Erinnerung an ihre Schicksale im Mittelpunkt stehen.“

Historische Orte öffnen und für Bildungsarbeit nutzen

GRÜNE & Volt sehen in ausgewählten Dortmunder Bunkeranlagen großes Potenzial als Orte der Erinnerung, der historisch-politischen Bildung und der Stadtgeschichte. Vorbilder wie die Berliner Unterwelten zeigen, wie historische Anlagen durch Führungen, Ausstellungen und Bildungsangebote für Jugendliche und Erwachsene zugänglich und Geschichte unmittelbar erfahrbar gemacht werden kann.

Auch in Dortmund sollte deshalb geprüft werden, welche Anlagen oder Teilbereiche unter Berücksichtigung von Denkmalschutz und Sicherheit geöffnet werden können. Neben Bildungsangeboten und Führungen sind, wo es mit der Geschichte des jeweiligen Ortes vereinbar ist, auch kulturelle, touristische oder gastronomische Nutzungen denkbar. Das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und die historische Einordnung müssen dabei stets im Mittelpunkt stehen.

„Die Dortmunder Unterwelten sind besondere Zeugnisse unserer Stadtgeschichte“, so Lögering. „Wir wollen prüfen, wie wir diese Orte erhalten, ihre Geschichte sichtbar machen und sie stärker für Bildung und Erinnerung öffnen können. So können bislang verschlossene Anlagen zu besonderen Lern- und Erinnerungsorten für Dortmund werden.“

Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN & Volt