Was wir in diesen Tagen gelernt haben

Olympia 2024

Die Hamburger Bevölkerung ist befragt worden, und sie hat sich mehrheitlich gegen eine Fortsetzung des Bewerbungsverfahrens für Olympia 2024 ausgesprochen.

Ein großes Jammern hat eingesetzt, vor allem bei den Funktionären, Sponsoren und all denen, die sich von dem Ereignis riesige Geschäfte versprochen haben.

Einige dieser Verlierer sehen das weniger sportlich und halten den Hamburgern Mutlosigkiet und Kurzsichtigkeit vor – ein blödes Argument und unfair zugleich. Aber um Fairness geht es bei diesem Gekungel um Macht und Einfluss schon lange nicht mehr. Und es geht ja auch nicht um die Sportler. Die Funktionäre eilen von Empfang zu Empfang, feiern sich gegenseitig – diesmal nicht – was die SportlerInnen wollen, ist ihnen ziemlich schnuppe.

Wenn wir es mit einem gesunden Verbandswesen zu tun hätten, könnte man Hoffnung haben, die Strukturen würden nach den desaströsen letzten Wochen mal genauer unter die Lupe genommen. International kann man nicht nur der FIFA und UEFA mafiöse Strukturen nachsagen, dem IOC, dem Leichtathletik-Weltverband und dem Radsport-Weltverband ebenso; und nun auch der DFB. Zu meinen, es seien nur die jeweiligen Spitzen, die eigenmächtig und selbstherrlich und im Zweifel gesetzeswidrig handeln, greift zu kurz.

Es sind nicht nur die Spitzen, es ist jeweils die Spitze des Eisbergs. Wenn die Landesverbände des DFB – um mal bei Fußball zu bleiben – eine Ansammlung rechtschaffener Männer wäre, würde in kurzer Zeit aufgeräumt. Damit ist nicht zu rechnen.

Eine Frage liegt auf der Hand: Warum hat die Politk nicht den Mut, die Finger in diese Wunden zu legen? Vermutlich meint sie: Lorbeeren kann man damit nicht ernten. Das könnte vielleicht ein großer Irrtum sein.

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