Jahresradtour 2018 des Heimatvereins

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Für eine Woche zum Niederrhein nach Goch

Die diesjährige Radtour des Heimatvereins führte vom 8. bis zum 14. Juli noch einmal an den Niederrhein nach Goch. Ziel war, wie 2014, das „Nierswalder Landhaus“. In dem erst vor sechs Jahren renovierten „Gästehaus Alte Schule“, das zum Hotel gehört, fanden wir unsere Bleibe.

Anreise war am Sonntag (08.7.). Nach der Zimmerbelegung und einer kleinen Erfrischung im Biergarten startete gegen 15:00 Uhr bei herrlichem Sonnenschein das „Anradeln“. Wegen der Hitze stand nach 8 km die erste Trinkpause an. Am Tannenbusch trafen wir auf eine Klever Karnevalgesellschaft, die auch mit den Rädern unterwegs war und ihren eigenen Getränkewagen mit sich führte. So konnten wir, nach einer höflichen Frage, das eine oder andere Kaltgetränk zu uns nehmen. Gut erholt fuhren wir weiter zur Eisdiele am Rathaus in Bedburg Hau, die uns schon 2014 positiv aufgefallen war. Nach einem leckeren Eisbecher fuhren wir durch Pfalzdorf zurück zu unserem Hotel, um uns das Abendessen schmecken zu lassen. Den Abend ließen wir dann gemeinsam im Biergarten und / oder dem alten Schulhof ausklingen.

Für Montag (9.7.) stand der Besuch der Viller Mühle auf dem Programm. Unser Weg führte durch den angrenzenden Klever Reichswald, dem größten zusammenhängenden Staatsforst in Nordrhein Westfalen. Das erste Ziel war der britische Ehrenfriedhof.
Hier ruhen über 8.000 britische Soldaten, die am Ende des zweiten Weltkrieges bei dem Kampf um die Brücke von Arnheim gefallen sind. Weiter, am Waldrand und der niederländischen Grenze entlang durch Grunewald und Kessel, dem Spargeldorf am Niederrhein, erreichten wir unser Ziel.
Die Viller Mühle ist eine stillgelegte Öl- und Getreidemühle. Sie befindet sich im Besitz von Heinz Bömler, der sich selbst als der „wahnsinnige Puppenspieler“ bezeichnet. Er hat hier den Markt der vergessenen Waren geschaffen, den er uns in einer fast zweistündigen, äußerst kurzweiligen Führung vorstellte. Da wir gut in der Zeit waren, fuhren wir noch nach Gennep, unsere niederländischen Nachbarn besuchen. Dabei befuhren wir den Niers – Radweg, der durch eine raue, wilde Landschaft mit einer großen Vielfalt an Wasservögeln führt. Leider hatte der Fischladen in der Fußgängerzone mit den leckeren Matjes und Kibbelingen am Montag geschlossen, so dass es zur Stärkung belegte Brötchen und andere Kleinigkeiten gab.
Nach einer kurzen Mittagspause ging es die Niers entlang zurück nach Goch, wobei die Hitze eine weitere „Trinkpause“ am Gut Graefenthal erforderlich machte. Das in 1250 eingeweihte Kloster und vor allem der gut erhaltene Kreuzgang waren sehr beeindruckend. An der Aspermühle vorbei und über den Asperberg erreichten wir nach 45 Kilometern wieder unser Hotel. Bei einem vorzüglichen Buffet und manchem guten Tropfen besprachen wir den Ablauf der kommenden Tage.

Für Dienstag (10.7.) hatten diverse Wetterprognosen Regen vorausgesagt. Auf dem Programm stand eine rund fünfstündige Floßfahrt auf der Niers. Nach einem ausgiebigen Frühstück fuhren wir mit den Rädern zum Stadtpark nach Goch, wo für uns zwei Flöße zu Wasser gelassen wurden. Nach einer kurzen Einweisung stakten wir mit jeweils 14 Mann / Frau Besatzung sowie Getränken und Proviant los. Wie es sich herausstellte, war die Flößertechnik unter Nutzung der Stocherstangen gar nicht so einfach.

  

Trotzdem kamen wir gut voran und hatten jede Menge Spaß. Besonders die Überholmanöver auf dem schmalen Fluss wurden allgemein bejubelt. Betrüblich war nur, dass die Wettervoraussagen zutrafen und uns mehrere Platzregen mitten auf der Niers überraschten. Trotz Regenjacken wurden wir nass bis auf die Haut. Zum Glück kam immer wieder die Sonne durch und trocknete die gesamte Mannschaft. Das wiederholte sich in den gut fünf Stunden dreimal. Trotzdem war die Stimmung an Bord sehr gut. Dazu beigetragen haben auch die diversen Anlegemanöver, die sich auf dem glitschigen Uferrand abenteuerlich gestalteten. Als wir in Kessel ankamen, waren unsere Räder schon vor Ort und wir radelten an der Niers entlang zurück zum Hotel. Nach Abendessen und Ausklang (siehe Vortag) freuten wir uns auf die wohlverdiente Nachtruhe. Dabei klang schon die Vorfreude auf eine sonnige Restwoche durch. Fußballinteressierte konnten auch noch das erste Halbfinalspiel der Fußball WM auf der Großleinwand verfolgen,

Am Mittwoch (11.7.) ging es – nach dem schon eingespielten Morgenablauf – vom Wasser auf die Schiene. Mit dem Fahrrad fuhren wir durch den Reichswald zum alten Bahnhof nach Kranenburg. Dort standen schon zwei Grenzland Draisinen für uns bereit, mit denen wir fast sechs Kilometer ins benachbarte niederländische Groesbeek strampelten. Um 11:30 Uhr ging es los. Aufgeteilt auf zwei Großdraisinen ging die Post ab. Jeweils vier Personen mussten arbeiten, sprich trampeln. Überholen, wie mit dem Floß, war auf der Schiene leider nicht möglich. Für die Strecke waren rund 50 Minuten veranschlagt, die wir auch einhielten, trotz der steten Steigung.

 

In Groesbeek am Marktplatz machten wir eine ruhige Mittagspause bevor wir den Rückweg starteten. Dank des Gefälles benötigten wir nur eine gute halbe Stunde. Da sich dunkle Wolken am Himmel zeigten, ließen wir den geplanten Abstecher nach Kleve aus und machten uns direkt auf den Heimweg. Da wir erneut gut in unserem Zeitplan waren, erlaubten wir uns im schönen Kloster Café auf Gut Graefenthal noch eine zusätzliche Trinkpause. Nach einem erneut sehr leckeren Abendbuffet nutzen wir das Sommerwetter aus und ließen den schönen Tag im Freien mit diversen Kaltgetränken ausklingen, wobei natürlich auch das zweite Halbfinalspiel im Angebot war.

Am Donnerstag (12.7.) hatten wir uns in der „Hohen Mühle Uedem“ angesagt. Dieses Schmuckstück stammt aus dem 14. Jahrhundert und ist eine der ältesten aus Stein gebauten Windmühlen am Niederrhein. Bei herrlichem Wetter radelten wir durch Goch und den Kalbecker Forst in Uedem auf den Katzenberg. Hier wurden wir schon vom „Mühlenwart“ Willi Holland erwartet, der in den schmucken Innenräumen für uns eingedeckt hatte. Bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen berichtete er über die Geschichte dieses Bauwerkes. Nach einer umfangreichen Sanierung dient die Hohe Mühle heute noch als Begegnungsstätte, Standesamt und Aussichtsturm. Bewirtschaftet wird sie vom Heimat- und Verkehrsverein Uedem.

Frisch gestärkt machten wir einen Rundgang durch das Gebäude mit seinem Schuster- und Holzschuhmuseum. Willi Holland zeigte uns stolz den wunderbaren Ausblick auf die niederrheinische Landschaft und den Uedemer Hochwald. Nach Eintragung in das Gästebuch bedankten wir uns bei Willi für die freundliche Aufnahme, die angenehme Bewirtung und die informative Führung mit einer Flasche „Emscherperle“. Auf dem Rückweg machten wir noch einen Stopp am Bio-Bauerladen Zum Lindchen und bewunderten das reichhaltige Angebot, vor allem das frische Obst und Gemüse. Da hier der Fischstand geöffnet hatte und die Kibbelinge lecker aussahen, kamen die Fischesser doch noch auf ihre Kosten. Bei der Weiterfahrt ärgerten wir uns über die geringe Zuladungskapazität bei Fahrrädern und bedauerten das Fehlen unserer Autos. Nach einer kurzen Pause fuhren wir dann über Pfalzdorf zurück nach Nierswalde. Auf den heute gefahrenen, rund 45 Kilometern gab es wieder eine Menge zu sehen. Beim abendlichen Ausklang resümierten wir den Tag und sprachen über die für den kommenden Tag geplante Königsetappe.

Am Freitag (13.7.) nahmen wir nach einem ausgiebigen Frühstück die anstehenden, knapp 60 Kilometer in Angriff. In Bedburg Hau fuhren wir durch die parkähnlichen Anlagen der LVR Klinik, die Anfang des 20-igsten Jahrhunderts erbaut wurde. Auf den rund 80 Hektar stehen ca. 100 Häuser mit einem imposanten, über 100 Jahre alten Baumbestand. Die erste Pause machten wir an der bereits bekannten Eisdiele am Rathaus, bevor wir durch das Emmericher Eyland an den Rhein fuhren. Nach einer weiteren, wegen der hohen Temperaturen notwendigen Trinkpause radelten wir über den Rheinuferweg (Rhein Radweg) durch Grieth und Wissel in die Altstadt von Kalkar mit dem historischen Stadtkern. Hier luden das Rathaus (1445) und die Gerichtslinde (1545) auf dem Marktplatz, die Lohwindmühle (1770) und vor allem die gotische Hallenkirche St. Nicolai mit ihren weltbekannten Schnitzaltären zu einer Besichtigung ein.
Nach dieser verdienten Pause verließen wir Kalkar über die beliebte Radroute „Via Romana“. An dem schönen Bio- Laden Zum Lindchen legten wir unsere letzte Pause an diesem Tag ein, bevor es über Pfalzdorf zurück zum Hotel ging. Hier bewunderten wir gegenseitig die Farbe, die uns dieser sonnige Tag eingebracht hat. Nachdem die Räder und auch wir gesäubert waren, ein Teil des Gepäcks verpackt war, widmeten wir uns dem letzten Menü und dem Abschlussabend. Es war wieder sehr lecker und die Stimmung war, trotz des anstehenden Radtourendes, sehr gut.

Wie immer wurde das Angebot einer Abschlusstour am Samstag, zum Beispiel nach Kleve, an unserem letzten Tag nicht angenommen. Nach dem Frühstück wurden die Koffer gepackt, die Räder auf den Autos befestigt und die Rückfahrt vorbereitet. Diese erfolgte, genau wie die Hinfahrt, getrennt, so dass jeder fahren konnte wann er wollte. Wegen anstehender Wochenendeinkäufe waren der niederländische Supermarkt und der Bio Bauerladen beliebte Zwischenziele.
Wie wir schon am Vorabend festgestellt hatten, war diese Woche mit den Tagestouren und dem vielseitigen Programm wieder mal eine runde Sache. Das Wetter war mehr als zufriedenstellend und die Unterbringung im Nierswalder Landhaus wieder super. Wir haben eine Menge unternommen und viele schöne neue Dinge gesehen.

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