Erstellung einer Starkregengefahrenkarte für Dortmund

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MENGEDE:InTakt! fragt: War das nicht längst überfällig?

Die Stadtverwaltung teilt mit und beruft sich auf Hochwasserereignisse, die durch Starkregen entstanden sind. Wir veröffentlichen hier diese Information zum Thema, das oft nur jahreszeitbedingt in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung rückt. Berechtigte Fragen kommen hoch, denen sich die Verwaltung stellen sollte.

Im folgenden geben wir eine kommentierte Information der Stadtverwaltung wieder:

Die Bilder des Starkregens im Dortmunder Westen im Juli 2008 sind vielen Menschen noch im Bewusstsein. Doch auch im Sommer 2018, der durch die Anzahl der Hitzetage und die Trockenheit in Erinnerung blieb, trafen Starkregen z. B. Wuppertal, Hamburg und Süditalien.

 Schutz vor Starkregen im Stadtgebiet stärken 

Bei Starkregen fällt in kurzer Zeit eine sehr hohe Niederschlagsmenge. Häufig treten diese Ereignisse räumlich sehr begrenzt auf und sind daher schwer vorhersagbar. Jeder kann durch Starkregen betroffen sein. Doch die Gefährdung kann sich unterscheiden. Beispielsweise sind Gebäude in Hanglage oder in Senken häufig einer höheren Gefährdung ausgesetzt, da Wasser dort entlang fließt oder sich sammelt. 

Den Schutz vor Starkregen im Stadtgebiet zu verstärken, ist eine gemeinschaftliche Aufgabe, die durch das Zusammenwirken Vieler gemeinsam erreicht werden kann. Einen vollumfänglichen Schutz vor Starkregen kann die Stadtverwaltung technisch und wirtschaftlich nicht leisten. Daher steht immer Risikominimierung im Fokus. Stadtverwaltung, Grundstückseigentümer/innen, Bürger/innen, Gewerbetreibende und Unternehmen: sie alle können (und sollen) entsprechend ihrer Möglichkeit zur Steigerung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Starkregen beitragen. 

 Ziel der Starkregengefahrenkarte 

Ziel der Starkregengefahrenkarte ist die Darstellung besonders gefährdeter Bereiche durch Starkregen und diese Information allen Akteuren zur Verfügung zu stellen, damit jeder sich und seine Sachwerte (Gebäude, technische Anlagen etc.) schützen kann. Sie dient damit der Bewusstseinsbildung und Hilfestellung zur Verbesserung des eigenen Schutzes vor Starkregen. 

 Inhalt der Starkregengefahrenkarte 

Die Starkregengefahrenkarte gibt Auskunft über die maximal rechnerisch ermittelten Wasserstände an der Geländeoberfläche für ein Regenereignis, das statistisch alle 100 Jahre einmal auftritt. Die Karte zeigt somit Gefahren, die bei Starkregen auftreten können. Während des Starkregenereignisses werden die maximalen Wasserstände, die nicht zwingend zeitgleich auftreten müssen, dargestellt. Die Darstellung der Wasserflächen erfolgt in drei Klassen gestaffelt nach dem Wasserstand. Wie jedes Rechenmodell weisen Eingangsgrößen und Rechenergebnis gewisse Ungenauigkeiten auf, so dass die Darstellung nur Anhaltswerte liefert und die tatsächlichen Wasserstände von der Darstellung abweichen können. 

MENGEDE:InTakt meint:

So weit so gut – und besser jetzt als später oder gar nicht. Doch wenn sich Ereignisse immensen Ausmaßes u.a. bereits im Jahre 2008 in unserer Stadt ereignet haben, warum ergreift unsere Stadtverwaltung erst jetzt Initiativen, gegen diese Gefahrenquelle geeignete Schutzmaßnahmen anzustoßen? Ein Blick über unsere Stadtgrenze hinaus zeigt, wie schneller – möglicherweise aber auch nicht schnell genug – reagiert werden kann:

Die Kreisstadt Unna hat bereits im September 2014 ein Pilotprojekt abgeschlossen. Informationen können hierzu unter www.stark-gegen-starkregen.de abgerufen werden. Dort erläutert der Lippeverband das Pilotprojekt mit der Kreisstadt Unna.

Nun hat MENGEDE:InTakt! nicht geprüft, ob der Kreis Unna stärker und früher unter den Starkregenauswirkungen als die Stadt Dortmund zu leiden hatte. Der Zeitraum zwischen Ereignis (Jahr 2008) und Reaktion (Jahr 2019) scheint uns in Dortmund jedoch entschieden zu lang. Natürlich muss eine Verwaltung stets eine Prioritätenliste abarbeiten. Die Entscheider tragen jedoch dafür die Verantwortung, ob die Schwerpunkte an der richtigen Stelle gesetzt werden. Eine Schneeschmelze großen Ausmaßes haben wir hier nicht zu befürchten. Hoffen wir, dass wir nicht irgendwann im Regen stehen.

Zumindest – und das sei hier positiv vermerkt – soll die Kommunikation zwischen den einzelnen Fachbereichen wie folgt gewährleistet werden:

– Regelmäßige Behandlung im städtischen Arbeitskreis Überflutungsvorsorge, in dem verschiedene Fachbereiche der Stadtverwaltung wie Stadtplanungs- und Bauordnungsamt, Tiefbauamt, Umweltamt, Feuerwehr unter Federführung der Stadtentwässerung sich austauschen. 

Zur Information der Bürgerinnen und Bürger in Dortmund sind folgende Schritte in Planung (unter Gremienvorbehalt):

Veröffentlichung der Starkregengefahrenkarte auf den Internetseiten der Stadtentwässerung und im Geoportal der Stadt Dortmund. Dies ermöglicht, dass jede/r sich in Dortmund über seine individuelle Gefahrenlage informieren und darauf basierend Schutzmaßnahmen ergreifen kann. 

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