Monatsstammtisch des Heimatvereins Mengede

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Kuratorium Urbane Künste informiert über Emscherkunstweg

Schon häufiger haben wir über die Themenvielfalt beim Monatsstammtisch des Heimatvereins Mengede berichtet. Auch beim Oktoberstammtisch wurde den etwa 30 TeilnehmerInnen ein besonderer Leckerbissen geboten. Marijke Lukowicz und Judith Frey vom Kuratorium Urbane Künste Ruhr berichteten über den Emscherkunstweg, der sich in Zusammenarbeit ihrer Organisation mit der Emschergenossenschaft und dem Regionalverband Ruhr augenblicklich im Aufbau befindet.

Entlang des 108 Kilometer langen Emscher-Radweges sollen Kunstwerke präsentiert werden, die im Gegensatz zu den bisherigen Emscherkunstausstellungen als Dauereinrichtung gedacht sind. Dabei werden von renommierten KünstlerInnen neue Kunstwerke geschaffen bzw. bereits vorhandene integriert, so dass am Ende 17 Exponate den Weg bereichern.

Die Referentinnen begannen ihre Vortragreise am Emscherquellhof in Holzwickede, wo sich auf einer angrenzenden Wiese das Werk „The Insect Societies“ von Henrik Håkonsson befindet. Es handelt sich um eine mehrteilige geometrische Skulpturen mit Bienenkuben, die den ökologischen Wandel verdeutlichen sollen.

Die von Andrea Hofmann und Markus Bader geschaffene Betonskulptur Raumlabor zwischen Dorstfeld und Huckarde ist begehbar.

Das zweite Kunstwerk befindet sich ganz in unserer Nähe an der Grenze zwischen Dorstfeld und Huckarde. Die von Andrea Hofmann und Markus Bader geschaffene Betonskulptur Raumlabor „Zur kleinen Weile“ ist begehbar und vermittelt in ihrem goldschimmernden Innenbereich einen ganz anderen Eindruck als von außen. Sie vermittelt auch akustische Eindrücke, die sich in ihrem Klangbild im Laufe der Jahreszeiten verändern.
Direkt unter der Brücke mit dem darüber fließenden lautem Verkehr der Mallinckrodtstraße  bietet die ebenfalls begehbare Holzarchitektur „Kunstpause“ des Ateliers le balto in einem Haselnusshain eine Oase der Ruhe. Unmittelbar am Hof Emschertal an der Grenze zwischen Ickern und Mengede befindet sich der Black Circle Square von Massimo Bartolini, der mit einem Betonrahmen eine Verbindung der geometrischen Flächen Quadrat und Kreis bildet und einen Löschteich integriert hat

Weiter ging der virtuelle Weg entlang der Emscher zum Aussichtsturm „Walkway and Tower“ von Tadashi Kawamta, der in der jüngsten Zeit durch Vandalismus stark beschädigt wurde und aufwendig restauriert werden musste.

Aussichtsturm „Walkway and Tower“ von Tadashi Kawamta zwischen Henrichenburg und Recklinghausen.

Die nächsten Objekte waren die mehrteilige Skulptur „Kaum Gesang“ am Yachthafen Herner Meer, die mit Darstellungen der Bergarbeitetproteste verschiedener Jahre ausgestattete Fassade des Faulturms der früheren Kläranlage Herne, der Carbon Obelisk mit Bezug zur Region in Altenessen und das Theater der Pflanzen in ehemaligen Klärbecken im Berne Park Bottrop. Im Berne-Park befindet sich auch das „Parkhotel“, wo die Gäste in Röhren übernachten können. Der Mengeder Heinrich Westermann hat beim letzten Event am Hof Emschertal eine Übernachtung in der wohl ungewöhnlichsten Herberge im Pott gewonnen und wird demnächst wohl von seinen Erfahrungen berichten können.
Nach einem Abstecher zum neu aufgebauten „Zauberlehrling“ in der Nähe des Centro Oberhausen endete beim Playland, dem umgestalteten Gelände mit Jugendzentrum und Skatebahn in Holten die Kunstreise durch das Revier. 

In der anschließenden Diskussion wies Werner Locker auf die Notwendigkeit hin, dass die Kunstwerke nicht nur installiert werden dürfen, sondern das sie auch in den Folgejahren betreut werden müssen.

Hans-Ulrich Peuser und Peter Jürgens vom Vorstand des Heimatvereins bedankten sich bei den Referentinnen.

Er wies in diesem Zusammenhang auf die Brücke an der Schaphusstraße hin, die mit ihren Aussichtsbögen und den angrenzenden Stelen anfangs kunstvoll blau illuminiert waren, aber heute vergammeln und einen traurigen Anblick bieten: „Man soll nicht nur Großprojekte im Fokus haben, auch die kleinen Dinge am Wege sind wichtig.“ Heimatvereinsvorsitzender Hand-Ulrich Peuser dankte den Referentinnen zum Schluss für ihren hochinteressanten und mitreißenden Vortrag, mit dem sie Impulse setzten für eigene Erkundungen entlang des Emscher-Radweges. 

 

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