Die Zahl des Monats ( 7 ) – Eine Kolumne von Klaus Commer*

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Die heilige Sieben

Über die Verknüpfung nüchtern kalkulierter Zahlen mit religiösen Gehalten war in diesen kleinen  Zahlen-Spielen schon mehrfach die Rede. Bei der Zahl Sieben kommt man an ihrer Heiligkeit nicht vorbei. Schon die großen monotheistischen Religionen sind sich da einig. Der siebte Tage der Woche ist Feiertag und Gebetstag. Und weil die Monotheisten und andere Gläubige gar nicht einen Gott preisen wollen, sondern jeweils einen anderen, brauchen auch Religionen ihre Tarifverträge. Nach sechs Arbeitstagen will Gott, da ist er ganz Mensch, mal Pause haben. 

Der christliche Dreifaltige, der jüdische Jahwe/Elohim und auch der muslimische Allah erschufen so etwas wie einen Apothekendienst für die Menschen, nach welchem der erste sonntags ruht, der Älteste am Shabbat nicht einmal Licht anmacht und der Große am Freitagabend seine Gläubigen den Teppich ausrollen lässt. 

Es muß was dran sein, dass sieben Tage ein gutes Gleichmaß sind. Ich jedenfalls verzichte inzwischen auf den üblichen Geburtstag wegen der verwirrenden Schaltjahre und völlig unübersichtlichen Monatsdauer. Jetzt zähle ich zwar 77 Jahre, doch da ich donnerstags geboren bin, ist ab sofort immer der folgende siebte Wochentag mein Wiegenfest. Jetzt, wo Corona uns den Ruhestand als shutdown beigebracht hat, möchte ich nie mehr am Donnerstag arbeiten, sondern Siebenschläfer sein. Wer schläft sündigt immerhin nicht. Die heilige Siebenzahl ist allerdings auch exakt die Summe der schlimmsten Todsünden: Maßlosigkeit, Habsucht, Trägheit, Wollust, Hochmut, Neid und Zorn. Das alles ist mir wohlvertraut, aber doch schon ein bisschen zu hektisch. 

Lukas Andel

Nachtrag:
Mein „Kumpel“ K.C. hat gerne Märchen erzählt, sie aber offenbar nicht gelesen, denn hier spielte die Zahl des Monats Sieben eine herausragende Rolle; nur um Beispiele zu nennen, die sofort einfallen: die sieben Geißlein, die sieben Zwerge hinter den sieben Bergen, die sieben Raben, sieben auf einen Streich, die sieben Schwaben; dazu kommen noch die sieben mageren und die sieben fetten Jahre, das Buch mit sieben Siegeln, die sieben Weltwunder. Und dass Katzen angeblich sieben Leben haben, hat er wohl nie gehört oder alles schon wieder vergessen.
Mit der Vergesslichkeit – allerdings mit meiner – wird es auch zu tun haben, dass ich erst im August mit der Zahl Sieben herausrücke. Soll nicht wieder vorkommen. (K.N.)

*Klaus Commer hat kath. Theologie studiert, danach aber lange Zeit als Pressesprecher der damaligen Pädagogischen Hochschule Ruhr gearbeitet, später nach der Fusion der PH Ruhr mit der Uni Dortmund in gleicher Funktion an der Universität Dortmund. Er hat sich damals als Sprachrohr aller Gruppen der Hochschule verstanden, sehr zum Ärger einiger konservativer Hochschullehrer. Denn er war politisch links orientiert und wäre gerne praktizierender Kommunist gewesen – nicht einer Marke Stalin oder Ulbricht, sondern eher der Marke Fidel Castro.
Trotz seiner 77 Jahre trägt er immer einen Sack voller Ideen mit sich herum und kann sie, wenn es gut läuft, in exzellente Texte und Taten umsetzen.
Den LeserInnen von MENGEDE:InTakt! ist der durch einen Beitrag vom 26.9.2017 bekannt. veröffentlicht unter dem Titel:  “Freude schöne Mehrheit funkelt!“ (K.N.)

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