Urlaub in Coronazeiten

Urlaub in Kroatien – geht das überhaupt?

Sommerzeit ist Urlaubszeit! Aber in diesem Sommer 2020 ist Vieles anders, als in den Jahren vorher. Jede/r wird das für sich festgestellt und in ganz individueller Weise darauf reagiert haben. MIT wird in diesem Beitrag über unsere Fotografin Silvia Rzadkowski berichten, die den LeserInnen von MIT vermutlich durch ihre Landschafts- und Tierfotos gut bekannt ist.
Sie hat in diesem Sommer gleich zu Beginn versucht herauszufinden, ob und ggf. welche Möglichkeiten es in unserer Nähe gibt, sich kurzzeitig zu erholen – allein oder mit Familie. Sie hat den Zoo in Dortmund und in Münster besucht. Sie war in Dülmen bei den letzten Wildpferden Europas und sie war zu Besuch in der Vogelwarte Berlebeck in Detmold.

Von ihren Ausflügen hat sie eindrucksvolle Fotos mitgebracht und diese auf MIT veröffentlicht – auch mit dem Gedanken: Seht her, ihr müsst nicht unbedingt weit verreisen. Tagesausflüge  sind in diesen Coronazeiten eine gute Abwechslung, vor allem wenn Kinder sich ansonsten zu Hause langweilen, weil sie nicht zur Schule gehen dürfen oder nicht so spielen können, wie sie möchten.
Als aber als das Coroanvirus deutlich auf dem Rückzug schien, wurden die Wünsche mit jedem Tag intensiver, doch mal weiter weg zu verreisen. Und so wurde der Entschluss gefasst: Wir fahren mit dem Auto nach Kroatien – wir, das sind Silvia und ein guter Freund.

Als Ziel wurde der Ort  Omis in Kroatien in der Region Split/Dalmatien ausgesucht – An- und Abreise erfolgt mit dem Auto. Bereits zu Beginn der Urlaubsüberlegen war klar, am Urlaubsort gehen wir spazieren, wandern und erkunden `mit dem Fotoapparat die Landschaft- auf keinen Fall stürzen wir uns in das Getümmel von Strandbars oder ähnlichen Menschenansammlungen.
Die Vorfreude auf den Urlaub war groß. Sie bekam jedoch einen Dämpfer, als das gebuchte Urlaubsgebiet einen Tag vor der Abreise von der Bundesregierung zum Risikogebiet erklärt wurde. Jetzt war guter Rat teuer, die Koffer waren gepackt und im Geiste waren beide schon längst unterwegs.

Auf den gepackten Koffern sitzend wurde hin und her diskutiert und beratschlagt. Informationen gab es so gut wie keine, die Vermieterin des Appartements versicherte, dass es im Urlaubsort nicht einen einzigen Coronafall gegeben habe. „Wir haben uns für die Fahrt nach Kroatien entschieden, haben uns ins Auto gesetzt und uns mit einem etwas flauen Gefühl im Magen auf dem Weg gemacht“, erinnert Silvia sich.
Zweifel kamen erneut während der 20stündigen Autofahrt auf, als beunruhigende Nachrichten von Ausreisenden aus dem Urlaubsgebiet die Runde machten. Sie berichteten, sie seien von von österreichischen Grenzbeamten bis zu 20 Stunden am Karawankentunnel festgehalten worden. 

Am Urlaubsort angekommen, wartete ein herrliches kleines Haus mit Pool auf die Ankömmlinge. Die Vermieterin berichtete, die hohen Corona Zahlen stammten zu einem großen Teil vom Fest Mariä Himmelfahrt am 15.August. Ein Open-air Gottesdienst sei jäh von einem starken Gewitter unterbrochen worden, deshalb seien die vielen Menschen in die völlig überfüllte Kathedrale von Split geflüchtet.
„Während unseres Aufenthaltes in Omis haben wir uns von jeglichen Menschenansammlungen ferngehalten. Das fiel uns angesichts der wunderschönen Umgebung nicht schwer. Außerdem haben wir achtsam die Hygiene-Vorschriften praktiziert“. beschreibt Silvia ihre Strategie.
Die Zeit ging um wie im Flug. Nach 13 Tagen haben sich die beiden wieder auf die Rückreise begeben.. Ihre Fahrt verlief an allen Grenzstationen – Kroatien – Slowenien – Österreich – Deutschland reibungslos. Zu Hause begaben sich beide sofort zum Corona-Test, der bereits vom Urlaubsort aus bei den Hausärzten vereinbart war.
„Bis zur Info über das Testergebnis blieben wir zu Hause. Die selbst auferlegte Quarantäne dauerte bis zum 3. Tag nach der Rückkehr. Dann kam die befreiende Nachricht: Test ist negativ!“

Damit fand ein denkwürdiger Urlaub seinen guten Abschluss. Auch wenn sich die gemachten Erfahrungen nicht verallgemeinern lassen, ein Urlaub im Ausland muss nicht automatisch mit einer Corona-Infektion enden. Wer verantwortlich mit der Situation umgeht, wer die obligatorischen Besichtigungen, die Bar- und Kneipenbesuche und auch die gängigen Tagesausflüge meidet, scheint nicht mehr gefährdet zu sein, als würde er zu Hause bleiben und auf den Wochenmarkt gehen oder mit dem ÖPNV unterwegs sein.
Die Einschränkungen am Urlaubsort und die besonderen Umstände bei der Hin- und Rückreise werden auf jeden Fall durch Urlaubserinnerungen ausgeglichen. Die Fotos sind im Herbst anschauliche Erinnerungen.                        Fotos: Silvia Rzadkowski

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