Verbraucherzentrale Hamburg veröffentlicht Marktcheck zu Süßwaren, Tabak und Alkohol im Kassenbereich

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat die Warenangebote an 82 Kassenbereichen von 22 Supermärkten, Discountern, Biomärkten und Drogerien untersucht – mit klarem Ergebnis: Ungesunde und suchtfördernde Produkte dominieren die Auslage. Der Marktcheck zeigt, dass Verbraucherinnen und Verbraucher beim Warten an der Kasse gezielt mit Süßigkeiten, Tabak und Alkohol konfrontiert werden, während gesunde Alternativen kaum vorhanden sind.
Süßwaren fast überall präsent
In nahezu allen untersuchten Geschäften gehören Süßigkeiten im Kassenbereich zum Standard. An mehr als 80 Prozent der Kassen wurden entsprechende Produkte angeboten, bei 6 von 11 der untersuchten Handelsketten sogar an jeder Kasse. Nur die Drogeriekette dm präsentiert laut Stichprobe keine Süßigkeiten und auch keine sonstigen Lebensmittel im Kassenbereich.
„An Regalen, die einen in Versuchung führen, kann man vorbeigehen, an der Kasse müssen wir alle stehen“, sagt Jana Fischer von der Verbraucherzentrale Hamburg. Besonders für Eltern mit Kindern oder Menschen mit Suchterkrankungen sei dies eine Herausforderung.
Tabakwaren weiterhin weit verbreitet
Während die Biomärkte Denn’s und Alnatura sowie der Drogeriemarkt dm keine Tabakwaren anbieten, gehören Zigaretten, Zubehör und Vapes in vielen anderen Geschäften zum festen Sortiment im Kassenbereich. Durchschnittlich an mehr als der Hälfte aller untersuchten Kassen wurden entsprechende Produkte gefunden. In den Märkten von Penny und Aldi lag der Anteil sogar bei 100 Prozent.
Alkohol häufig im direkten Zugriff
Auch alkoholische Getränke sind häufig griffbereit an der Kasse platziert. Nur die Drogerien Budni, dm und Rossmann sowie der Biomarkt Alnatura verzichten vollständig darauf. In allen anderen Geschäften fanden sich alkoholhaltige Getränke an den Kassen. Besonders auffällig: Beim Discounter Penny wurde Alkohol an sämtlichen überprüften Kassen angeboten.
Gesunde Alternativen bleiben die Ausnahme
Produkte, die sich für einen ausgewogenen Snack eignen, sind im Kassenbereich hingegen eher selten. Nur 4 von 11 Händler haben Alternativen wie Nüsse oder Nuss-Frucht-Mischungen im Angebot. „Insgesamt zeigt unser Marktcheck, dass gesunde Optionen an den Kassen kaum eine Rolle spielen“, resümiert Fischer. „Hier sehen wir den Handel klar in der Pflicht.“
Verbraucherzentrale kritisiert Verkaufsstrategie des Handels
Studien belegen, dass Produkte häufiger gekauft werden, wenn sie besonders sichtbar oder länger im Blickfeld der Kundinnen und Kunden sind – wie im Kassenbereich. „Die Platzierung von Produkten an den Kassen liegt in der Hand der Supermärkte und Discounter. Der Handel sollte Menschen dabei unterstützen, sich gut zu ernähren, statt gezielt Kaufanreize für ungesunde Produkte zu setzen“, fordert Fischer. Dass vor allem Discounter häufig diese Produkte im Kassenbereich präsentieren, sieht sie kritisch.
Hinweis:
Die detaillierten Ergebnisse des Marktchecks mit einer Übersicht der einzelnen Händler sowie verschiedenen Grafiken sind auf der Website der Verbraucherzentrale Hamburg veröffentlicht unter www.vzhh.de/quengelzone.