BUND-Ökotipp zum Hitzeaktionstag 2026

Bäume sind natürliche Klimanlagen und wertvolle Schattenspender 

Der Beginn des Jahres 2026 war zu trocken. Die Aussichten für den Sommer: Die Trockenheit bleibt. Auch mit Blick auf den bundesweiten Hitzeaktionstag am 11. Juni hebt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) den Wert von Bäumen und Stadtgrün hervor. Insbesondere Stadtbäume leiden unter Hitze und Trockenheit. Dabei sind sie wirksame natürliche Klimaanlagen und wertvolle Schattenspender. Christian Hönig, Abteilungsleiter Biodiversität beim BUND, erklärt, was Menschen für mehr Grün in der Stadt tun kann.

In Zeiten der Klimakrise sind es vor allem die Bäume, die durch Verschattung oder Verdunstung die Temperatur in der Stadt merklich reduzieren können. Am Extremstandort Stadt mit wenig Wurzelraum und Bodenverdichtung leiden die Bäume jedoch stark unter der wiederkehrenden Trockenheit. Die Kommunen müssen große Anstrengungen unternehmen, damit sie nicht einfach absterben.

Hönig: „Wenn Bürger*innen in Nothilfe Bäume gießen, dann ist das ein toller Einsatz für die Natur. Wenn Sie gießen, dann bitte lieber einmal ausgiebig – 80 bis 100 Liter, das sind 8-10 Gießkannen – als mehrmals wenig. So versickert das Wasser in den Wurzelraum und verdunstet nicht an der Oberfläche.“

Lebensraum Stadt – für Menschen, Pflanzen und Tiere
Neben den Bäumen wirken naturnahe Grünflächen, entsiegelte Höfe und sogar Dachbegrünung als natürlicher Klimaschutz. Außerdem sind sie unerlässlich, um im Lebensraum Stadt, Habitate und Biotope für Insekten und Tiere anzubieten.

Hönig: „Reden Sie mit Ihrem Vermieter, Ihrer Vermieterin oder Ihrer Wohnungsbaugenossenschaft und fragen Sie nach, ob Sie Ihren Innenhof begrünen und versiegelte Fläche aufbrechen dürfen. Oftmals gibt es auch lokale Fördermöglichkeiten, um kleine Projekte für die Stadtnatur zu finanzieren, beispielsweise Dachbegrünung oder die Aufstellung von Hochbeeten im Straßenraum. Auch eine Regentonne aufzustellen, um Wasser zum Gießen zu sammeln, ist eine gute Idee.“

Naturliebhabende können sich auch bei ihrer Kommune melden, um die Baumscheibe vor dem eigenen Mietshaus zu begrünen.

Hönig: „Wir raten dazu regionale Wildpflanzen auszusäen oder zu pflanzen. Sie sind eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten und kommen oftmals besser mit den Bodenverhältnissen und Trockenheit klar, als hochgezüchtete Pflanzen.“

Die eigentliche kommunale Aufgabe besteht darin, unsere Städte und Siedlungen fit für den Klimawandel zu machen. Neuer Wohnraum muss immer auch zusammen mit grünen Freiflächen entwickelt und (Regen)Wasser konsequent mitgedacht werden, etwa indem in der Stadtentwicklung das Prinzip der Schwammstadt angewendet wird.

Hönig: „Wir raten den Menschen: Setzen Sie sich in Bezirksversammlungen, Gemeindesitzungen oder bei anderen Treffen dafür ein, dass ihre Nachbarschaft grün und naturnäher gestaltet wird. Oder werden Sie Mitglied in einem Umweltverband, finden eine aktive Gruppe und helfen so, unsere Lebensgrundlagen zu schützen.“

Hönig: „Wir raten den Menschen: Setzen Sie sich in Bezirksversammlungen, Gemeindesitzungen oder bei anderen Treffen dafür ein, dass ihre Nachbarschaft grün und naturnäher gestaltet wird. Oder werden Sie Mitglied in einem Umweltverband, finden eine aktive Gruppe und helfen so, unsere Lebensgrundlagen zu schützen.“

Mein Baum“-App: Bürger*innen schützen Bäume
Eine weitere Möglichkeit, sich aktiv für Stadtnatur einzusetzen, bietet die „Mein Baum-App“ des BUND: Gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) laden BUND und Bund Naturschutz Bayern (BN) Bürger*innen ein, zum Schutz von Stadtbäumen beizutragen. Über die gleichnamige kostenlose Smartphone- und Web-App können Nutzer*innen Bäume kartieren und Angaben zu Art, Zustand und Standort machen.

Hönig: „Mit dem Projekt ‚Mein Baum‘ schaffen wir ein starkes Netzwerk für den Schutz unserer Stadtbäume. Bürgerwissenschaft kann hier ganz konkret helfen, Wissenslücken zu schließen und Maßnahmen voranzubringen. Mit der App können Bürger*innen gezielt zur Verbesserung der Datengrundlage für Stadtbäume beitragen.“

Neben der klassischen Erfassung lassen sich auch ganze Alleen dokumentieren und Wunschbäume melden. Die Standorte werden per GPS oder manuell erfasst und auf einer interaktiven Karte sichtbar gemacht. Bestehende Einträge können jederzeit aktualisiert werden. Ziel des Projekts ist es, eine Datenbank für Bäume im urbanen Raum zu erstellen und Wissenschaftler*innen, Bürger*innen und Planer*innen für Forschung, Austausch und Schutz zu vernetzen.

Mehr Informationen:

  • Für die Teilnahme genügt es, die kostenlose App herunterzuladen und sich einmalig zu registrieren. Auch Gruppen und Schulklassen können gemeinsam mitmachen. Die erhobenen Daten werden an die Projektverantwortlichen übermittelt. Zudem bietet die App einen Community-Bereich für Austausch und gemeinsame Aktionen. Mehr Infos finden Sie hier.
  • BUND zum Thema Stadtnatur: Grüne Freiräume schaffen
  • Wettbewerb Allee des Jahres
  • BUND-Mitgliedschaft
  • Kontakt: Martina Gehret, Referat Artenschutz, Citizen Science und Mitmachprojekte, Mobil: + 49 160-5640529, martina.gehret@bund-naturschutz.de, BUND: Christian Hönig, Abteilungsleiter Biodiversität beim BUND, Tel.: +49 30-27586-340, Mobil: +49 179-7327222, christian.hoenig@bund.net
  • Sie finden den BUND-Bundesverband auch auf Bluesky, Instagram und Facebook

Quelle: BUND

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit mehr als 676.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Seit über 50 Jahren engagiert er sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz, den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträge ist der BUND unabhängig von Politik und Wirtschaft.