Emschergenossenschaft und Lippeverband haben die Temperaturentwicklung im vergangenen Monat ausgewertet
Die Wasserwirtschaftsverbände Emschergenossenschaft und Lippeverband (EGLV) erfassen permanent nicht nur die Niederschlagsdaten und Wasserstände in ihren Gewässern, sondern auch die Temperaturen in ihren Einzugsgebieten. Ganz aktuell haben die Wasserwirtschaftler*innen von EGLV die Daten aus der zweiten Hälfte des Juni 2026 unter die Lupe genommen und konkret auf Sommertage, heiße Tage und Wüstentage heruntergebrochen. Der beobachtete Zeitraum war von einer äußerst intensiven Hitzephase geprägt.Im Betrachtungszeitraum vom 15. bis zum 30 Juni lag seit dem 16. Juni die tägliche maximale Lufttemperatur über 25 Grad Celsius, was der allgemeinen Definition nach sogenannten „Sommertagen“ entsprach.
Im Zeitraum zwischen dem 18. Juni und dem 28. Juni – und damit an gleich elf Tagen in Folge – betrug die tägliche maximale Lufttemperatur mindestens 30 Grad Celsius, meistens aber sogar noch deutlich mehr. Diese Werte werden als „heiße Tage“ definiert. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) kann bereits ab drei aufeinanderfolgenden heißen Tagen von einer „Hitzewelle“ gesprochen werden – bei elf solcher heißen Tage war die Hitzewelle damit mehr als belegt.
Zwischen dem 24. Juni. und dem 27. Juni betrug die tägliche maximale Lufttemperatur sogar entweder mindestens 35 Grad Celsius oder mehr – diese Werte definieren einen „extrem heißen Tag“ bzw. „Wüstentag“.
Als absolutes Temperaturmaximum wurden am 26. Juni gleich an vier Stationen von Emschergenossenschaft und Lippeverband – und zwar in Bottrop, Dinslaken, Dülmen und Hamm – ein Wert von 39,4 Grad Celsius erreicht. Dieser Wert ist der höchste Juni-Wert, den EGLV an ihren Stationen bisher aufgezeichnet haben. Insgesamt betrachtet handelt es sich um den dritthöchsten Maximalwert nach 41,4 Grad Celsius am 25. Juli 2019 und 39,7 Grad Celsius am 8. August 2003.
Hohe Temperaturen können negative Folgen für Böden und Gewässer haben. In Flüssen und Bächen kann es durch die Gefahr von Niedrigwasserständen zu einer Reduzierung des Sauerstoffgehaltes kommen, was aquatische Lebewesen beeinträchtigen könnte. Eine Austrocknung von Böden kann wiederum zur Folge haben, dass diese bei plötzlich auftretendem Starkregen kein Wasser aufnehmen können, wodurch die Überflutungsgefahr steigt. Die nun im Juni beobachteten – und ohne Zweifel auch gefühlten – Temperaturentwicklungen bekräftigen einmal mehr die Erfordernis, das Schwammstadt-Prinzip in der Region umzusetzen und die Städte und Kreise in der Emscher-Lippe-Region klimaresilient zu gestalten. Wenn es einmal regnet, dann sollte dieses Wasser nicht in der Schmutzwasserkanalisation landen, sondern vor Ort versickern oder in Gewässer abgeleitet werden. Auf diese Weise würden die Wasserkörper (Grundwasser, Flüsse und Bäche) und Böden gestärkt und an die Folgen des Klimawandels angepasst – sie wären künftig resilienter und weniger anfällig bei heißeren Temperaturen.
Zahlreiche Projekte für ein nachhaltiges Regenwassermanagement setzen Emschergenossenschaft und Lippeverband gemeinsam mit ihren Mitgliedskommunen unter dem Dach der Zukunftsinitiative Klima.Werk um. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.klima-werk.de.