Selbst gepflückt schmeckt‘s doch am besten: Heute (6. Juli) haben Kinder zweier FABIDO-Einrichtungen auf dem Acker der Solidarischen Landwirtschaft Kümper Heide die Ernte eingebracht. Die fleißigen kleinen Hände haben heute Rote Bete aus der Erde geholt. Morgen könnten die in den Kitas schon zu einem Salat verarbeitet werden.Es handelt sich dabei um ein innovatives Pilotprojekt, das erstmals Solidarische Landwirtschaft (Solawi) mit der Gemeinschaftsverpflegung in Kindertageseinrichtungen verbindet: Zwei FABIDO Einrichtungen, das Familienzentrum Siegfried-Drupp Straße und die Kita Buschei 34, aus Dortmund Scharnhorst beziehen frisches, saisonales Gemüse direkt vom Acker der Solawi Kümper Heide in Dortmund Derne. Beide Einrichtungen erhalten einen Zugang zu regional erzeugten Lebensmitteln und stärken gleichzeitig eine nachhaltige, ökologische Landwirtschaft vor Ort. Heute waren Erzieherinnen und acht Kinder aus den Kitas auf dem Acker, um das schmackhafte Gemüse einzusammeln.
Durch die Arbeit auf dem Feld erkennen Kinder, was sie mit den Händen schaffen können
Bei dem Projekt geht es um die enge Verknüpfung von Ernährung und Bildung: Wöchentlich besuchen die Kinder den Gemüseacker der Solawi, begleitet durch ein Programm des Lernbauernhof Schulte-Tigges. Auf dem Acker pflanzen, pflegen und ernten sie „ihr“ Gemüse selbst. Sie erfahren altersgerecht, wie Lebensmittel entstehen. Die praktische Arbeit auf dem Feld stärkt Selbstwirksamkeit, Umweltbewusstsein und die Wertschätzung für regionale Lebensmittel.
Grundlage der pädagogischen Begleitung ist das Konzept der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), das Wissen, Handlungskompetenz und verantwortungsbewusstes Handeln fördert. Mit dem Projekt werden neue Wege für eine nachhaltige und regionale Lebensmittelversorgung in Gemeinschaftseinrichtungen erprobt.
Die Erntezeit bestimmt den Speiseplan
Die Küchenkräfte müssen flexibel auf die Ernte der Solawi reagieren und ihre Speisepläne je nach saisonaler Verfügbarkeit entsprechend kreativ anpassen. Gleichzeitig entsteht für die Kinder ein lebendiger Lern- und Erfahrungsraum, der Landwirtschaft, Naturschutz und gesunde Ernährung unmittelbar erlebbar macht.
„Hier wird den Kindern im Bildungsbereich Ernährung vermittelt, wie ihr tägliches Essen die eigene Gesundheit, das Klima und die Umwelt beeinflusst. Durch ihre praktischen Erfahrungen beim Gärtnern fördern wir gleichzeitig ihr Bewusstsein für regionale, saisonale und faire Lebensmittel“, sagt Daniel Kunstleben, Geschäftsführer von FABIDO.
Monika Nienaber-Willaredt: Gesunde Ernährung für die Kinder ist uns besonders wichtig
„Dass wir unseren Kindern eine gesunde Ernährung anbieten können, ist für uns besonders wichtig. Darum gefällt mir dieser innovative Ansatz sehr. Durch den ganzheitlichen Aspekt lernen die Kinder viel über gesunde und nachhaltige Ernährung. Dass sie selbst mit anpacken, stärkt ihr Selbstbewusstsein und die soziale Teilhabe. Sie können stolz auf sich sein, wenn das leckere Essen auf den Tisch kommt“, sagt Monika Nienaber -Willaredt, Dezernentin für Schule Jugend und Familie.
Das Pilotprojekt wird kofinanziert von der Europäischen Union im Rahmen vom Projekt „Turn the Tables“ und wird umgesetzt in Kooperation zwischen dem Lernbauernhof Schulte-Tigges, FABIDO, dem Umweltamt sowie dem Vergabe- und Beschaffungszentrum der Stadt Dortmund. Für die Inhalte sind ausschließlich die Veranstalter*innen verantwortlich; sie geben nicht notwendigerweise die Sichtweise der Europäischen Union wieder.
Hintergrund:
Das EU-Projekt „Turn the Tables“ zielt auf die Förderung einer nachhaltigen öffentlichen Lebensmittelbeschaffung ab. Das bedeutet, dass beim städtischen Einkauf gezielt nachhaltige Kriterien berücksichtigt werden. Ziel ist es, Umweltauswirkungen zu reduzieren, faire Produktionsbedingungen zu fördern, die regionale Wirtschaft zu stärken und die Gesundheit zu fördern.