Fehlende Klimaanlagen in DSW21-Stadtbahnen 

Nach dem Besuch der Fraktion GRÜNE & Volt in der Betriebsleitzentrale der DSW21 hat die Diskussion um Klimaanlagen in den Stadtbahnen an Fahrt aufgenommen. GRÜNE & Volt in Dortmund sind wie die NRW-Grünen für Klimaanlagen in Stadtbahnen.
Vorstand und Aufsichtsrat der DSW21 hatten sich bereits vor vielen Jahren bewusst gegen Klimaanlagen entschieden.  Begründet wurde das unter anderem mit höheren Investitions- und Betriebskosten sowie dem zusätzlichen Energieverbrauch. Man setzte stattdessen beim Beschluss zum Kauf neuer Wagen vor fast zehn Jahren auf eine besonders leistungsfähige Lüftung und eine verbesserte Wärmedämmung, um den Heizenergiebedarf deutlich zu senken und auch im Sommer ausreichend frische Luft in die Bahnen zu leiten. Dieser Argumentation wurde damals durch die Kommunalpolitik fraktionsübergreifend gefolgt. Gerade das Kostenargument musste im Zuge knapper kommunaler Kassen eine große Rolle spielen.

“Aber aus heutiger Sicht muss man sich eingestehen – gerade in längeren Hitzephasen wenn es in den bahnen teils unerträglich heiß wird – dass die damaligen Annahmen der DSW21 also falsch waren. Leider ist die damalige Entscheidung aber nicht mehr änderbar. Die Mehrzahl der neuen Bahnen ist ausgeliefert und ein nachträglicher Einbau von Klimaanlagen ist nun nicht mehr möglich. Bei allen zukünftigen Entscheidungen darf der DSW21 und der Kommunalpolitik ein solcher Fehler nicht mehr passieren. Bei den bestehenden Bahnen müssen die Lüftungsanlage sowie alle anderen technischen Möglichkeiten genutzt werden, diese besser zu belüften”, so Leander Schreyer, Ratsmitglied für GRÜNE & Volt. 

Politik bedeutet, verschiedene Ziele gegeneinander abzuwägen.  

Der Klimawandel ist längst Realität. Hitzewellen werden häufiger, dauern länger und erreichen Temperaturen, die noch vor wenigen Jahren Ausnahmefälle waren. Wer Menschen dauerhaft für Bus und Bahn gewinnen will, kann sie im Sommer nicht in einer fahrenden Sauna stehen lassen. Hinzu kommt die soziale Dimension: Wer ein klimatisiertes Auto besitzt, kann der Hitze ausweichen. Wer auf Bus und Bahn angewiesen ist, hat diese Wahl oft nicht. Ein attraktiver und gerechter ÖPNV muss deshalb auch bei Extremhitze funktionieren.

Klimaanlagen und Klimaschutz sind dabei kein Widerspruch. Moderne Anlagen arbeiten deutlich effizienter als früher. Und in den Betriebszeiten im Sommer kommt der deutsche Strommix bereits heute zu fast 100% aus erneuerbaren Energiequellen.

Gleichzeitig bleibt klar, dass durch mehr Klimaanlagen allein konsequente Klimafolgeanpassung und klimagerechte Stadtentwicklung nicht zu ersetzen sein werden.

Daher erklärt Leander Schreyer:
“Unser Maßstab ist einfach: Ein klimafreundlicher ÖPNV muss auch ein komfortabler ÖPNV sein. Wer Menschen zum Umstieg bewegen will, muss ihnen ein Angebot machen, das sie auch bei 35 Grad Außentemperatur gerne nutzen.
Unsere Haltung ist dabei übrigens dieselbe wie die unserer Partei auf Landesebene. 

Die NRW-Grünen setzen sich angesichts zunehmender Hitzewellen für klimafreundliche Klimaanlagen dort ein, wo sie notwendig sind, etwa in Schulen, Kitas, Krankenhäusern oder im öffentlichen Nahverkehr. Gleichzeitig treiben wir den Ausbau von erneuerbaren Energien, mehr Stadtgrün, Entsiegelung und Verschattung voran. Denn Klimaschutz und Klimaanpassung sind keine Gegensätze. Wer ernsthaft mit der Klimakrise umgehen will, muss dafür sorgen, dass Menschen auch in einer heißer werdenden Welt sicher und komfortabel unterwegs sein können.” 

Quelle: Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN & Volt