13. August – Eine Kolumne von Peter Grohmann

13. August

Von Peter Grohmann

Gottseidank gab es Eichmann, also, ich meine. Gottseidank haben sie ihn erwischt. Er war’s! Am 13. August 1961 wurden in Jerusalem die Schlussplädoyers gehalten, zeitgleich mit dem Bau der Berliner Mauer, also des „Antifaschistischen Schutzwalls“ durch die diverse Kampfgruppen der Arbeiterklasse. Wenn wir die damals nicht gehabt hätten, dann wäre die DDR leerer als der Rhein im August 2026 gewesen.

Von den rund 17 Millionen Einwohnern sind fast 3 Millionen abgehauen, die meisten in den Westen. Ich weiss auch nicht, was die geritten hat. „So richtig willkommen war’n se ja bei Euch ooch nich“, redet meine Omi Glimbzsch aus Zittau dazwischen: Viele ungetauft, andere konnten die Sprache nicht, nur sächsisch, wieder andere kamen aus dem Bitterfelder Regen in die Traufe des Ruhrgebiete und erlebten den ersten inoffiziellen Smogaltalarm ihres Leben…

Ich bin ja schon vorher weg, 1950, mit 13 Jahren. Endlich nicht nur Vertriebener oder Umsiedler – jetzt auch Ostzonenflüchtling! Eine wundervolle Flucht, an die ich mich gern erinnere! Ein Russe hatte uns das letzte Stickl durch’n Wald geführt, für nischt und wieder nischt, aus reiner Menschlichkeit, sagte meine Mutti. So waren sie halt damals auch, die Fluchthelfer.

Heute ist die Welt krank, das weiss sogar die Reitsport-Ikone Isabell Werth. Pferden geht es heute deutlich besser als früher, sagt sie. Wir haben ja damals auch Pferdefleisch gegessen – ärmere Schichten dürfen einfach nicht so wählerisch sein! Das weiss auch Lars Klingbeil, der alte Revolutionär! Zum Kern seiner neuem Pläne gehört die Anhebung des Kindergeldes von 259 Euro auf 267 Euro – nächstes Jahr also 8 Euro mehr im Monat. Von mehr Personal für Finanzämter oder Staatsanwälte weiss Lars nix, das ist ja auch Ländersache. Klingblei hat bereits am 16. Juli 2026 – 10 Jahre nach dem kriminellen CumCum- und CumEx-Betrug – einen Aktionsplan vorgestellt, zusammen mit Stefanie vom BundesjustizmysteriumWarnungen und Schlupflöcher werden jetzt überprüft, also gleich nach der Sommerpause, damit Ermittlungen in Milliardenfällen nicht durch Verjährung oder Datenvernichtung ins Leere laufen und es wieder nix wird. Es ist eben alles nicht so einfach wie geschrieben.