Energiepark Deponie Dortmund-Nordost: Bestehende Flächen intelligent für die Energiewende nutzen
Im Rahmen ihrer diesjährigen Sommertour hat die Ratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN & Volt die Deponie Dortmund-Nordost besucht. Im Mittelpunkt des Termins stand der dort entstehende Energiepark, mit dem Kreislaufwirtschaft, erneuerbare Energie und klimafreundliche Mobilität an einem Standort miteinander verbunden werden sollen.

Bei einer Rundfahrt über das rund 200 Hektar große Gelände informierten Prof. Dr. Rainer Wallmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der EDG, Heinrich Werneke, Gruppenleiter Anlagenbetrieb, und Daniel Kolle, Geschäftsführer der INNOWA GmbH, zunächst über den laufenden Deponiebetrieb. Dabei wurde deutlich, dass eine Deponie langfristig weit mehr ist als ein Ort zur Ablagerung von Abfällen. Zu den langfristigen Aufgaben gehören unter anderem die Behandlung von Sickerwasser, unterschiedlicher Abfallarten (Deponieklassen) und Zwischenlagerflächen sowie umfangreiche Kontroll- und Sicherungsmaßnahmen.
„Der Besuch hat eindrucksvoll gezeigt, wie viel komplexe Infrastruktur hinter einer sicheren kommunalen Abfallwirtschaft steckt. Eine Deponie ist keine Fläche, die nach einigen Jahren einfach nicht mehr gebraucht wird. Entsorgungssicherheit, Umweltschutz und die langfristige Nachsorge müssen über Jahrzehnte zusammengedacht werden“, sagt Leander Schreyer, Ratsmitglied von GRÜNE & Volt.
Gleichzeitig soll die vorhandene Infrastruktur künftig stärker für die Energiewende genutzt werden. Auf dem Gelände entwickelt die INNOWA GmbH, ein Gemeinschaftsunternehmen von DEW21 und EDG Holding, den Energiepark Dortmund-Nordost. Im ersten Umsetzungsschritt ist eine Photovoltaikanlage mit zunächst rund 3 MWp Leistung sowie einem Batteriespeicher mit einer Kapazität von etwa 5 MWh vorgesehen. Die notwendigen Beschlüsse und Genehmigungen liegen vor, die erste Ausbaustufe befindet sich inzwischen in der Umsetzung.
Perspektivisch soll die Photovoltaikanlage auf insgesamt rund 8,5 Hektar und bis zu 10 MWp ausgebaut werden. Vorgesehen sind rund 20.000 Solarmodule. Die damit erzeugbare Strommenge entspricht rechnerisch dem Jahresverbrauch von mehr als 3.000 Haushalten. Der Strom soll unter anderem für EDG-Betriebsstätten und die zunehmende Elektrifizierung des Fuhrparks genutzt werden.
Weitere Bausteine des Energieparks sind eine geplante Biomethananlage, in der Dortmunder Bioabfälle energetisch verwertet werden sollen, sowie Ladeinfrastruktur für Pkw und insbesondere den Schwerlastverkehr. Gemeinsam mit DOPARK wird an einem Ladepark in unmittelbarer Nähe zur Autobahn A2 gearbeitet. Damit sollen am Standort künftig die Bereiche Kreislaufwirtschaft, Energie und Mobilität miteinander gekoppelt werden.
„Genau diese Verbindung macht das Projekt für uns so spannend“, so Leander Schreyer. „Wir brauchen für die Energiewende deutlich mehr erneuerbare Energie, aber wir müssen gleichzeitig sorgsam mit unseren Flächen umgehen. Auf der Deponie wird beides zusammengebracht: Eine bereits genutzte Fläche erhält zusätzliche Funktionen, ohne dafür neue Freiräume in Anspruch zu nehmen.
Der Ansatz entspricht auch den energie- und klimapolitischen Zielen der GRÜNEN & Volt in Dortmund. Sie setzen sich dafür ein, Freiflächen-Photovoltaik insbesondere auf Halden, Altlasten-, Konversions- und Brachflächen sowie entlang bestehender Infrastruktur zu konzentrieren. Ebenso sollen Energiespeicher ausgebaut und Bioabfälle für eine flexible erneuerbare und nachhaltige Energieversorgung genutzt werden.
„Der Energiepark zeigt, welches Potenzial in einer engeren Zusammenarbeit unserer kommunalen Unternehmen steckt“, so Schreyer abschließend. „Die nächsten Ausbauschritte sollten deshalb konsequent weiterverfolgt werden. Wenn Dortmund bis 2035 klimaneutral werden will, brauchen wir genau solche Projekte, bei denen Ressourcen-, Energie- und Mobilitätswende nicht nebeneinander, sondern gemeinsam gedacht werden.“
Quelle: Fraktion BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN & Volt