KOPFKINO
Intentionen/Konzept
Die Welt ist schnelllebiger geworden. Harte, beängstigende Informationen, unterstützt durch Worte der Superlative und krasse, oft unerträgliche Bilder in den Medien prägen Nachrichten, bestimmen unseren Alltag. Wie bei einem Kaleidoskop stürzen Eindrücke, Chaos und Katastrophen auf uns ein, lassen uns nicht schlafen, produzieren Bilder im Kopf. Wir sind verwundbar geworden.

Die Dortmunder Künstlerin Rita-Maria Schwalgin beschäftigt sich schon seit Jahren auf unterschiedliche Weise mit brisanten Themen. In der Ausstellung KOPFKINO visualisiert sie drei große Themenbereiche
Gewalt und Krieg
Natur/Umwelt
Gefahren der Medien
Mit unterschiedlichen Techniken (Fotografie, Malerei, Installation) nähert sie sich dem, was eigentlich unfassbar ist und verdrängt werden will. Doch die Werke sind eher subtil statt laut, auch „schön und gefällig“ statt schrill und anklagend. Sie überraschen und machen neugierig. Erst auf den zweiten Blick sehen wir neue Details, verschieben sich Blickwinkel.
Die Fliegenden Bilder von Adolf Winkelmann* sind ein typisches Beispiel, wo erst der Titel „24.02.2022“ mit den weißen Friedenstauben vor ukrainischer Flagge den brutalen Angriff Russlands auf die Ukraine thematisiert. Thematisch verstärkt wird die Fotografie durch die zufällig aufsteigende Friedenstaube. Sie lässt Hoffnung aufkeimen.
„Spur des Terrors“ thematisiert die Blutspur des NSU. Die Karte Deutschlands mit aufgemalten Stecknadeln und Daten der Verbrechen verorten die Taten. Der Spiegel als Maluntergrund lässt Betrachtende fragen „Wo stehe ich? Wo war die Gesellschaft?“
Umweltpolitische Problem zeigt Schlagen u. a. in farbstarken Acryl-Arbeiten auf Leinwand. Nur schwer kann man sich dem Sog des Blicks in den Himmel oder auch dem Feuerinferno -Beispiele für den Klimawandel- entziehen. Das Motiv nach dem Brand lässt vorsichtig die „Heilkraft des Feuers“, das Regenerieren der Natur erahnen.
Auf den ersten Blick interessant und spannend – vielleicht sogar witzig und nachahmenswert sind die transparenten Displays mit Fotomontagen aus dem Web und der Baum mit Briefen. Beides zeigt aber Ohnmacht und Verletzlichkeit der Konsumenten. Denn: Wir können uns nicht wehren, wenn wir digital „angegriffen“, Ziel anonymer Botschaften oder auch Opfer brutaler, terroristischer Anschläge werden. Dies gilt für „unerwartete Kontakte“ auf Facebook und Co genauso wie im realen, analogen Leben.
Am 1. September um 18 Uhr ist die Eröffnung der Ausstellung. Dann wird Rita-Maria Schwalgin auch kurz erläutern, was Auslöser für ihre Arbeiten sind, was sie „triggert“, wie „ihre Bilder im Kopf“ entstehen und Assoziationen zu „Kunst-Werken“ werden.