
Die Dortmunder Delegation um Martin van der Pütten (li), Leitung Internationale Beziehungen, in Trabzon
© Stadt Dortmund
Die Reise ist Teil des gemeinsamen Förderprojekts „Pocket Parks für Klimaresilienz: Ein kooperativer Ansatz zwischen Trabzon und Dortmund“. Ziel ist es, in beiden Städten geeignete Flächen zu identifizieren und daraus ein Konzept für eine mögliche spätere Umsetzung zu entwickeln. Das 15-monatige Projekt läuft seit März 2026 und wird von ENGAGEMENT GLOBAL – Service für Entwicklungsinitiativen mit Mitteln der Stiftung Mercator gefördert.
Kleine Grünflächen, große Wirkung
Pocket Parks können auch auf vergleichsweise kleinen Flächen einen Unterschied machen: Sie schaffen Orte zum Sitzen, Durchatmen und Verweilen und bringen Natur näher zu den Menschen. Gerade in dicht bebauten Stadtteilen können solche Grüninseln die Aufenthaltsqualität verbessern, die biologische Vielfalt fördern und einen Beitrag zu einem klimaangepassten Stadtquartier leisten.
Bei ihrem Besuch analysierte die Dortmunder Delegation gemeinsam mit den Partner*innen in Trabzon ausgewählte Flächen. Dabei ging es unter anderem um die Ausgangssituation, die jeweiligen Potenziale und die Menschen, die die Orte künftig nutzen könnten. Die Beteiligten verglichen die Bedingungen vor Ort, diskutierten Gemeinsamkeiten und Unterschiede und entwickelten die bisherigen Projektideen weiter.
Mit dabei waren Vertreter*innen des Dortmunder Grünflächenamtes, des Fachbereichs Liegenschaften, des Büros für Internationale Beziehungen sowie des Amtes für Angelegenheiten des Oberbürgermeisters und des Rates. Auch der Lehrstuhl Landschaftsökologie und Landschaftsplanung der TU Dortmund war beteiligt.
Viel Regen in Trabzon – gemeinsame Herausforderungen
Die geografischen Voraussetzungen unterscheiden sich deutlich. Trabzon liegt an der südöstlichen Schwarzmeerküste am Fuß des Pontischen Gebirges. Mit rund 1.800 Millimetern Niederschlag im Jahr fällt dort etwa doppelt so viel Regen wie in Dortmund. Doch trotz dieser Unterschiede stehen beide Städte vor ähnlichen Herausforderungen.
„Internationale Zusammenarbeit wird besonders dann spannend, wenn sie ganz konkret wird. In Trabzon haben wir gemeinsam Flächen angeschaut, Ideen diskutiert und dabei festgestellt, wie viele Fragen uns trotz ganz unterschiedlicher Rahmenbedingungen verbinden. Genau dieser direkte Austausch macht unsere Städtepartnerschaft lebendig“, sagt Martin van der Pütten, Leiter Internationale Beziehungen der Stadt Dortmund. Das Projekt soll konkrete Standorte und umsetzbare Konzepte für beide Städte hervorbringen.
Fachaustausch über Stadtgrenzen hinweg
Auf dem Programm standen unter anderem Gespräche mit der Großstadtverwaltung Trabzon, der Karadeniz Technical University und der Landschaftsarchitektenkammer.
Der Austausch geht weiter: Für März 2027 ist ein Gegenbesuch einer Delegation aus Trabzon in Dortmund geplant. Dann sollen die gemeinsamen Überlegungen zu den Pocket Parks in Dortmund weiter vertieft werden.
Dortmund und Trabzon – seit 2014 offiziell verbunden
Die Städte Dortmund und Trabzon sind seit dem 2. Juni 2014 offiziell partnerschaftlich verbunden. Viele Menschen in Dortmund haben familiäre und kulturelle Wurzeln in Trabzon und der Region. Beide Städte verbindet zudem einiges – sie verfügen jeweils über einen Hafen, einen Flughafen und eine Technische Universität. Und auch die Fußballbegeisterung ist groß: In Dortmund steht Borussia Dortmund für Fußballleidenschaft, in Trabzon Trabzonspor.
Mit dem Projekt zu den Pocket Parks setzen beide Städte aktuell einen Schwerpunkt auf klimaangepasste Stadtentwicklung. Weitere Themen wie nachhaltige Mobilität, Jugendaustausch und gemeinsame Aktivitäten im Sport sollen die Partnerschaft künftig weiter mit Leben füllen.