Jubiläumsfeier fand im Rathaus statt
Am Donnerstag, 15. Oktober, hat das Dortmunder Integrationsnetzwerk „lokal willkommen“ sein zehnjähriges Bestehen im Rathaus gefeiert. Seit einem Jahrzehnt begleitet es zugewanderte Menschen auf ihrem
Weg in ein selbstbestimmtes Leben und stärkt zugleich das Miteinander in den Dortmunder Stadtteilen. Mehr als 21.000 Menschen aus tausenden Haushalten haben die Beratung bereits genutzt. Das Jubiläum zeigt, wie viel eine gute Zusammenarbeit und persönliche Unterstützung vor Ort bewegen können.
Hilfe, die direkt im Stadtteil ankommt
Als „lokal willkommen“ im Oktober 2016 in den Stadtbezirken Brackel und Aplerbeck startete, stand eine Idee im Mittelpunkt: Integration gelingt besonders gut, wenn Menschen direkt in ihrem Wohnumfeld Unterstützung finden. Aus dem Modellprojekt hat sich ein fester Bestandteil der Dortmunder Integrationsarbeit entwickelt.
In den vergangenen zehn Jahren hat sich viel verändert. Die Fluchtbewegungen infolge des Syrien-Konflikts, die Corona-Pandemie und die Aufnahme vieler Schutzsuchender aus der Ukraine stellten die Stadt und ihre Partner vor große Herausforderungen. Die Teams von „lokal willkommen“ haben darauf reagiert und ihre Angebote immer wieder an die Bedürfnisse der Menschen angepasst.
Dabei geht es um mehr als Beratung. Die Mitarbeiter*innen hören zu, schaffen Vertrauen und helfen dabei, sich im Alltag zurechtzufinden. Sie zeigen Wege durch die Verwaltung, vermitteln Kontakte und unterstützen Menschen dabei, in ihrer neuen Umgebung Fuß zu fassen.
Gemeinsam mehr erreichen
Ein wichtiger Grund für den Erfolg ist die enge Zusammenarbeit zwischen der Stadt Dortmund und den freien Trägern und Vereinen. Dazu gehören der Caritasverband, das Diakonische Werk, die Arbeiterwohlfahrt, das Deutsche Rote Kreuz, der Paritätische, der VMDO und der Verein Projekt Ankommen e. V..
Die Partner bringen ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Stärken ein. So verbinden sie die Fachkenntnisse der Stadt mit der Nähe zu den Menschen und dem Engagement der Zivilgesellschaft.
Heute arbeiten die Teams in sieben Standortbüros und mit weiteren mobilen Angeboten in den Dortmunder Stadtteilen. Dadurch finden Menschen Unterstützung dort, wo sie leben. Die Fachkräfte helfen ihnen, wichtige Schritte zu gehen und neue Kontakte zu knüpfen.
Vom ersten Formular bis zum Einstieg in den Beruf
Die Beratung umfasst viele Bereiche des täglichen Lebens. Die Teams helfen zum Beispiel dabei, Sprachkurse zu finden, einen Schul- oder Kitaplatz zu bekommen und wichtige Schreiben oder Dokumente zu verstehen. Sie unterstützen außerdem bei Fragen zur Sicherung des Lebensunterhalts, zum Wohnen, zu Bildung, Arbeit und Gesundheit sowie bei der Suche nach Freizeitangeboten.
Dabei richten sie sich nach dem, was die Menschen gerade brauchen. Manche benötigen zunächst Hilfe bei einem Antrag. Andere möchten ihre Deutschkenntnisse verbessern, eine Arbeit finden oder Kontakte in ihrem Stadtteil aufbauen.
Auch Begegnungen spielen eine wichtige Rolle. Mit Sprachcafés, offenen Treffpunkten und weiteren Angeboten schaffen die Teams Gelegenheiten, bei denen sich Menschen kennenlernen und austauschen können. Das hilft, Vorurteile abzubauen, Vertrauen zu stärken und das Zusammenleben von Alteingesessenen und Neuzugezogenen zu fördern.
Ehrenamt verbindet Menschen
Neben der professionellen Beratung lebt „lokal willkommen“ vom Engagement vieler Dortmunder*innen. Die Teams bringen Menschen zusammen, koordinieren ehrenamtliche Hilfe und unterstützen gemeinsame Aktivitäten in den Stadtteilen.
Besonders wertvoll ist es, wenn Menschen, die selbst nach Deutschland geflüchtet sind, heute andere auf ihrem Weg begleiten. Sie teilen ihre Erfahrungen, geben Orientierung und helfen dabei, erste Hürden zu überwinden. So entstehen neue Verbindungen, von denen alle Beteiligten profitieren.
Ein starkes Netzwerk mit Zukunft
Nach zehn Jahren zieht das Sozialamt der Stadt Dortmund eine positive Bilanz. „lokal willkommen“ zeigt, wie wichtig eine verlässliche, wohnortnahe Beratung für gelingende Integration ist. Wenn Menschen früh Unterstützung finden, ihre Möglichkeiten entdecken und Kontakte knüpfen, stärkt das auch die Gemeinschaft in den Stadtteilen.
Das Jubiläum würdigt deshalb nicht nur die Arbeit der vergangenen zehn Jahre. Es macht auch deutlich, wie wichtig es ist, die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Wohlfahrtsverbänden, Vereinen und Ehrenamtlichen fortzuführen. Denn Integration gelingt dort besonders gut, wo Menschen einander begegnen, sich gegenseitig unterstützen und gemeinsam ihre Zukunft gestalten.
