8. Sitzung der Bezirksvertretung

In einer Rekordzeit von gerade einmal 90 Minuten waren die gesetzten Themen in der 8. Sitzung der Bezirksvertretung Mengede abgewickelt worden.

Das lag zum einen an der gesetzten Haushaltssperre und einer Vielzahl von Tagesordnungspunkten, die zwar mit umfangreichen Erläuterungstexten belegt waren, die aber lediglich eine Kenntnisnahme des Gremiums erforderten und somit ohne Diskussion abgewickelt werden konnten. 

Nach dem vom Bezirksbürgermeister Axel Kunstmann pflichtgemäß erforderlichen Procedere der Sitzungseröffnung kam es in der sich danach anschließenden Einwohnerfragestunde zu einer resignativ wahrnehmbaren Reaktion der Ortspolitiker: Julian Ehmsen, ein Mitglied des Jugendvorstands des örtlichen Fußballvereins DJK Sportfreunde Nette, bat in seinem sachlich vorgetragenen und nachvollziehbaren Antrag um Unterstützung im Bemühen seines Vereins, die durch die Sport- und Freizeitbetriebe vorgenommene Kündigung des Nutzungsvertrages der städtischen Sportanlage am Hallenbad abzuwenden. 

Als Begründung der Vertragskündigung war von den Verantwortlichen der Sport- und Freizeitbetriebe angeführt worden, den Aktiven des Fußballvereins SC Osmanlispor eine Spielstätte im heimischen Stadtbezirk anzubieten zu müssen, da ihr früherer Sportplatz an der Dörwerstraße nach Erweiterung des HHG-Gymnasiums nicht mehr zur Verfügung stehe. Als Ausweichspielstätte wurde von SC Osmanlispor bisher der Mendesportplatz im Fredenbaumpark genutzt. 

Wenngleich die Notlösung bisher, so Ehmsen, funktioniert habe, wünschen sich die Osmanlispor-Fußballer eine Verlagerung ihres Spiel- und Trainingsbetriebes in die für sie angeblich heimischere Region. Unverständlich sei jedoch für die Netter Sportler, dass die Sport- und Freizeitbetriebe ohne Abstimmung, nach der Methode „par ordre du mufti“ von oben herab in Hinterzimmer-Manier und ohne Einbeziehung der Betroffenen eine Entscheidung getroffen habe, die darauf abziele, bei einer Neufassung des Vertrags den mit insgesamt 21 am Spielbetrieb teilnehmenden Mannschaften der DJK ihre bisherigen Nutzungsrechte zu beschneiden. Unberücksichtigt sei darüber hinaus geblieben, dass der Nachbarverein Mengede 0820 mit insgesamt 14 spielenden Mannschaften im Volksgarten über zwei Spielfelder und darüber hinaus noch ein Trainings-Kleinfeld verfüge. Man habe darüber hinaus sogar den Eindruck gewonnen, so Ehmsen, dass das Bemühen seines Vereins um einen Rechtsbeistand ihre Position nicht verbessert sondern sogar geschadet habe.

Die vorbildliche Betreuung der Jugendlichen der Netter Sportfreunde wurde von Dortmunds Oberbürgermeister Alexander Kalouti erst kürzlich durch die Verleihung des DFB-Ehrenamtspreises an B-Junioren-Trainer Mike Schmidt am 26. September bestätigt.

Hier die auf der Vereins-Homepage der DJK veröffentlichte, aktuelle  Zustandsbeschreibung:

 Öffentlich wird erklärt, für den SC Osmanlispor sei bislang keine Nutzungserlaubnis erteilt worden und eine endgültige Entscheidung liege noch nicht vor. Tatsächlich wurde dem SC Osmanlispor nach unserem Kenntnisstand bereits am 22.07.2026 eine Nutzungserlaubnis für unsere Sportanlage erteilt. Diese wurde erst kurze Zeit später widerrufen. Darüber hinaus wurden bereits Spiele des SC Osmanlispor auf unserer Sportanlage angesetzt. Vor diesem Hintergrund entsteht zumindest der Eindruck, dass die Angelegenheit intern deutlich weiter fortgeschritten ist, als dies gegenüber der Öffentlichkeit dargestellt wird.

Die DJK Sportfreunde Nette 1920 e. V. sieht die geplante zusätzliche Belegung ihrer bereits vollständig ausgelasteten Sportanlage mit großer Sorge. Der Verein betont, dass sich das Anliegen nicht gegen den SC Osmanlispor richtet, dessen Wunsch nach einer Spielstätte im Stadtbezirk Mengede nachvollziehbar ist. Eine Lösung des städtischen Sportflächenproblems dürfe jedoch nicht zulasten eines Vereins gehen, der seit vielen Jahren umfangreiche Vereins- und Integrationsarbeit im Stadtteil leistet.

Die Reaktion der BV-Mitglieder zu den Ausführungen war bescheiden. Man sei in diesem Fall nicht zuständig und der betroffene Verein solle mit einer schriftlichen Eingabe zur nächsten BV-Sitzung ermöglichen, dass der Vorgang an die Verwaltung weitergeleitet werden könne. Bezirksbürgermeister Axel Kunstmann bot an, sich zu bemühen, damit ein Gespräch mit ihm, den zuständigen Entscheidungsträgern der Sport- und Freizeitbetriebe und einem Vertreter der DJK Nette stattfinde, in dem Konflikt eine einvernehmliche Lösung gefunden werde. Sollten in dieser Zusammenkunft dann nicht auch die anderen unmittelbar oder mittelbar betroffenen Beteiligten (Mengede 08 20, SC Osmanlispor) beteiligt werden?