Die Gegenwart voll im Griff, 2035 fest im Blick!
Die Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21) hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Ergebnis nach Steuern in Höhe von 27,8 Mio. € abgeschlossen. Das sind fast 165 Mio. € weniger als im Vorjahr (192,7 Mio. €). Seinerzeit hatte die Konzernmutter der kommunalen 21-Gruppe allerdings auch einen Sondereffekt bilanziert: Der Verkauf der STEAG-Anteile war 2024 mit 251,1 Mio. € in das Beteiligungs- und Finanzergebnis eingeflossen. Im zurückliegenden Geschäftsjahr vereinnahmte DSW21 weitere 36,0 Mio. €.Die Bilanzsumme von DSW21 lag 2025 mit 2,62 Mrd. € (-2,7 %) nur leicht unter dem Vorjahreswert. Positiv auch: Die Eigenkapitalquote stieg zum 31.12.2025 gegenüber dem Vorjahr von 48 auf 50 %, während die Quote der Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten um rund 1,5 % auf 20 % sank.
Verkehrsergebnis nur noch knapp unter -100.000.000,00 Euro
Signifikant ist die Entwicklung im Kerngeschäft ÖPNV. Von 2016 bis 2020 bewegte sich das »Betriebsergebnis Verkehr« fünf Jahre in Folge relativ gleichbleibend zwischen -51 und -56 Mio. €. Seither steigt es massiv an – zuletzt drei Jahre in Folge um jeweils rd. 10 Mio. € – und blieb zum Jahresende 2025 mit -99,1 Mio. € nur noch knapp unterhalb der 100-Millionen-Euro-Grenze (s. Grafik). Dies, obwohl die Erlöse aus den Fahrausweisverkäufen und auch die Zahl der Fahrten erfreulicherweise zugenommen haben (s. Kapitel »Mobilität und Logistik«).
Beschäftigtenzahl und Höhe der Personalaufwendungen massiv gestiegen
Ein Grund für das dennoch höhere Defizit im Verkehrsbereich ist der deutlich gestiegene Personalaufwand. Die Tarifabschlüsse der vergangenen Jahre hatten zwei Effekte: Zum einen gab es signifikante Steigerungen beim Entgelt. Zum anderen haben sich die Tarifpartner 2024 auf die Einführung von Entlastungstagen geeinigt – zunächst zwei, seit 2025 drei und ab dem laufenden Jahr vier Tage zusätzlich zum Jahresurlaub. Die dadurch in Summe rd. 9.000 fehlenden Arbeitstage musste DSW21 insbesondere im Fahrdienst durch eine Einstellungsoffensive kompensieren. Seit dem Jahr 2019 ist die Zahl der Mitarbeitenden von knapp 1.900 um mehr als 400 auf aktuell leicht über 2.300 angewachsen. Darin enthalten sind 76 Auszubildende. Die Personalaufwendungen stiegen im selben Zeitraum von 123,9 Mio. € auf 164,3 Mio. € (+40,4 Mio. €).
Auch die weiteren Verbesserungen im ÖPNV-Angebot, u.a. die Einführung der neuen City-Buslinien 400/401 und der Schnellbuslinie X13, die Ausweitung der Stadtbahn-Betriebszeiten in den Nachtstunden sowie gestiegene Betriebskosten und höhere Abschreibungen durch die Erweiterung der Stadtbahnflotte schlagen sich im »Betriebsergebnis Verkehr« nieder.
Dass DSW21 dennoch ein mit 27,8 Mio. € positives Ergebnis feststellen kann, hat drei wesentliche Gründe:
- Die Auflösung von Pensionsrückstellungen fiel mit 25,4 Mio. € doppelt so hoch aus wie prognostiziert. Insgesamt beläuft sich das Volumen der Rückstellungen für die Altersversorgung ehemaliger Mitarbeiter*innen auf mehr als 600 Mio. €.
- DSW21 hat seinen 84,1 %-Anteil am Telekommunikationsdienstleister DOKOM21 zum 31.12.2025 in die Dortmunder Stadtwerke Beteiligungsgesellschaft mbH eingebracht. Letztere hat in einem zweiten Schritt auch die Anteile von DEW21 (11 %) und Sparkasse Dortmund (2 %) erworben und ist somit nun Alleingesellschafterin von DOKOM21. Im Vorfeld hatte DSW21 den Unternehmenswert von DOKOM21 gutachterlich bestimmen lassen. Die Differenz in Höhe von +11,9 Mio. € zwischen dem ermittelten Wert der übertragenen Anteile und dem Buchwert wurde 2025 bilanziell wirksam.
- Die 2024 zwischen den Gesellschaftern DSW21 (60,1 %) und Westenergie (39,9 %) mit der Dortmunder Energie und Wasserversorgung GmbH (DEW21) ratifizierte »Transformationsvereinbarung« zeigte die erhoffte und erwartete Wirkung. Nach zwei schwierigen Jahren ohne Ergebnisübernahmen, geprägt durch die Abrechnungsmanipulationen bei der DEW21-Tochter »stadtenergie« und die hohen Verluste durch die Beschaffungsstrategie während der Energiekrise, ist DEW21 2025 in die Gewinnzone zurückgekehrt und hat ein Ergebnis in Höhe von 31,4 Mio. € zur Bilanz der Mutter beigesteuert.
„DSW21 und die 21-Gruppe haben im Jahr 2025 einmal mehr bewiesen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Dortmund auf ihre Unternehmen der öffentlichen Daseinsvorsorge verlassen können. Wir erfüllen unsere Aufgaben zuverlässig“, betont Jörg Jacoby, Vorstandsvorsitzender von DSW21. „Viele Projekte und Maßnahmen, die wir in den vergangenen Jahren angestoßen haben, und das Gros unserer Investitionen zielen darauf ab, die Infrastruktur und die Dienstleistungen für die Menschen in unserer Stadt so aufzustellen, dass Dortmund auch mittel- und langfristig ein funktionierender Standort bleibt. Trotz des positiven Jahresergebnisses gehört aber auch dies zur Wahrheit: Die wirtschaftlichen Herausforderungen nehmen von Jahr zu Jahr zu. Der steuerliche Querverbund stößt an seine Grenzen.“
Quelle: DSW21