Vom Werden und Vergehen

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Gedanken zum Netter Glockenturm

Ein Bild weckt Erinnerungen. Peter Köhler fand es in seiner Fotokiste und stellte es MENGEDE:InTakt! zur Verfügung. Es dokumentiert die Errichtung des Glockenturms der evangelischen Kirche in Nette. Für die Netter ein Denkmal, für die städt. Denkmalsbehörde nur bauhistorisch wertvoll.

Das reicht nicht zum Überleben, zumal dann nicht, wenn der Baugrund eine lukrativere Verwertung in Aussicht stellt.
Nicht einmal 60 Jahre Dasein wurde ihm geschenkt. 60 Jahre, in denen seine Glocken die Menschen in allen Lebenslagen begleitet und geleitet haben. Als Taktgeber für den Tagesablauf, als Mahner für den Frieden, als Erinnerer für ein Gebet. Nun soll er fallen, zerbröselt in Atome. Mit ihm das weithin sichtbare Christensymbol, das Kreuz.

Man erinnert sich an den Stolz des damaligen Pfarrers Kurt Stork bei der Grundsteinlegung. Sein jahrelanger Einsatz für einen Turm hatte sich gelohnt: Endlich ein prägnantes Identifikationsmerkmal für die Christen im Ort, finanziert auch mit Spenden und Zuwendungen aus seiner Gemeinde.

Noch steht das Denkmal, noch trägt es sein Geläut. Ein Gnadenakt der für den Turm Verantwortlichen? Oder nur ein Aufschub wegen ungeklärter Baugenehmigungen? Seine Filetierung ist jedoch beschlossen. Seine Glocken wandern, so war zu lesen, in den Turm der katholischen Kirche. Sie, die noch vor einem Jahr als schrottreif bezeichnet wurden, werden unter dem Deckmäntelchen Ökumene demnächst dort ihren Dienst verrichten.

„Vom Werden und Vergehen“ – eine Schrift des griechischen Philosophen Aristoteles bestätigt sich auf unrühmliche Weise, hat Symbolcharakter und überträgt sich langfristig und zwangsläufig auf das nur noch rudimentär wahrnehmbare Gemeindeleben der evangelischen Christinnen und Christen in Nette.

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