Auf eine Tasse Kaffee…

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Heute mit:

Michael Bereckis –
Musik ist Kommunikation

Das Besondere an unserem heutigen Interview-Gast für die Serie „Auf eine Tasse Kaffee“ ist die seltene Möglichkeit, seine Leidenschaften und Qualitäten in Beruf und  Hobby gleichermaßen anwenden zu können. 

Michael Bereckis lebt seit seinem 5. Lebensjahr in Mengede in der Mengeder Heide. Er besuchte nach der Grundschule die Albert-Schweitzer-Realschule und gehörte nach erfolgreichem Besuch der Oberstufe des Heinrich-Heine-Gymnasiums zum 1. Abiturjahrgang des damals neugegründeten Gymnasiums im Stadtbezirk Mengede.

Im Rahmen der Ausbildung für den gehobenen, nicht-technischen kommunalen Verwaltungsdienst bei der Stadt Dortmund absolvierte er die Fachhochschule für Verwaltung (Dipl. Verwaltungswirt).

Nach einigen Jahren Arbeit in typischen Verwaltungsämtern konnte er 1990 zum Dortmunder Systemhaus (früher Hauptamt), dem IT-Dienstleister der Stadt Dortmund, wechseln. Dort lernte er eine neue, sich schnell  verändernde IT-Welt kennen, in der er sich auch heute noch wohl und zuhause fühlt. 

Nach einigen Jahren Großrechner-Programmierung spezialisierte er sich auf Projektmanagement und war hierfür auch freiberuflich als Dozent tätig. In den vielen Jahren als Führungskraft war er zeitgleich auch  leitend bzw. koordinierend an vielen IT-Projekten beteiligt. Aktuell hat er die Gesamtprojektleitung für die Einführung eines städtischen Dokumenten-Management-Systems. Dieses Projekt könnte mit Folgeauftrag bis zu seiner Pension (2027?) „reichen“.

Michael Bereckis ist seit 6 Jahren zum zweiten Mal verheiratet und hat – wie er sagt – drei geerbte erwachsene Kinder. Sein derzeitiges Leben ruht nach eigenem Bekenntnis auf vier Säulen: Das sind der Beruf, die Musik, die Familie und das ICH. Unter ICH versteht er u.a. die Gesundheit und sein seelisches Gleichgewicht. Aus diesem Grund hat er sich – motiviert durch seine Ehefrau – beruflich für eine Vier-Tage-Woche entschieden, was nach seinem Bekunden eine der besten Entscheidungen seines bisherigen Lebens war. Nur so schaffe er die nötige Balance zwischen den vier Säulen.  

Seine Begeisterung für die Musik entdeckte er schon in jungen Jahren. Das Akkordeonspielen eines Lehrers in der Grundschule motivierte ihn so sehr, dass er mit sieben Jahren begann Akkordeon zu spielen – damals bei der früh verstorbenen Irene Weckendrup. Später, mit vierzehn Jahren, kam die Heimorgel als Instrument hinzu, die er mit seinen Vater zusammen gebaut hatte. Etwa zur gleichen Zeit spielte er viele Jahre im Akkordeonorchester Lünen-Süd.
Schon während seiner Schulzeit in der Oberstufe unterrichtete Michael Bereckis selbst viele Schüler im Akkordeonspiel und an der Heimorgel. Dazu spielte er Keyboard in Rockbands und wechselte dann nach dem Auftritt einer Jazzband im ehemaligen Kino in Nette mit dem damals noch unbekannten Helge Schneider (Saxofon und Gesang) spontan zum Saxofon.

Seine regelmäßige Anlaufstelle in Mengede waren damals „Quax Musikhütte“ und der „Westfalenhof“. Er probte mit „Castle’s Rumour“ in der ehemaligen Bettenkammer im Schloss Bodelschwingh.
Inzwischen unterrichtete er in Mengede und Umgebung Saxofon und Klarinette.

Seine musikalischen Aktivitäten verlagerten sich aber immer mehr von Mengede weg (u.a. Uni-Bigband, Symphonisches Blasorchester, Tontechnik im Jazzclub domicil, Chachelihöll).

Während seiner ersten Ehe konzentrierte er sich auf die Familie und wohl noch mehr auf den Beruf. Nachdem er in dieser Zeit vergeblich versuchte Bandoneon zu lernen, ging es später mit Keyboard und Saxofon in den Rockbands Abigale und Don’t Touch und vielen eigenen Projekten wieder los. E-Bass lernte und spielte er drei Jahre in der Wegberger Jazzband Pisa. Doch Michael interessiert sich auch noch für andere Instrumente: Der Kontrabass steht bereits in der Ecke und möchte auch noch gerne erlernt werden.
(Weitere Einzelheiten unter: https://www.bereckis.de/bands-und-projekte/)

Im Gespräch mit ihm, vor allem bei der Lektüre seines Internet-Auftritts wird deutlich, dass Michael Bereckis als ausgesprochen aktiver und vielseitiger Musiker bezeichnet werden kann. Er macht Musik aus Leidenschaft und sucht seine eigenen musikalischen Nischen.

  

Seine aktuellen künstlerischen Mitstreiter u.a. Richard Ortmann (Geräusche), Thorsten Trelenberg (Poesie), Sabine Oecking (Malerei), Alexander Fronk (Didgeridoo)) sind ungewöhnlich und haben – wie er – ein ganzheitliches Verständnis ihres künstlerischen Schaffens.

    

Mit dem Coachingprojekt BerryBlueBand ist er nach langer Zeit wieder in Mengede tätig. Auf Initiative seines Notars Kai Neuvians treffen sich vier Hobbysaxofonisten mit ihm und lernen Blues und Jazz zu spielen. Zur Zeit werden Arrangements für fünf Saxofone (2 Alt, 2 Tenor und er selber Bariton) intensiv geprobt.
Gefragt, ob er seine musikalischen Aktivitäten noch als Hobby bezeichnen würde oder als mehr, erklärt er, die Musik bedeute ihm sehr viel und gehe eindeutig über das hinaus, was allgemein unter einem Hobby verstanden wird. Entscheidend sei für ihn gewesen, dass er in seinem Beruf in der IT viel Kreativität einsetzen kann und ständig neu herausgefordert wird. Sonst hätte er die Musik zum Beruf machen müssen. Aus materiellen Gründen und zur Erhaltung der künstlerischen Freiheit wollte er dies immer vermeiden. 

Mit seinen 59 Jahren ist Michael Bereckis im Grunde genommen noch ein „junger Hüpfer“. Es ist ihm und den Musikinteressierten im Stadtbezirk – und natürlich auch weit darüber hinaus – zu wünschen, dass seine Kreativität und Vitalität noch lange erhalten bleiben.

Nach seiner Beziehung zum Stadtbezirk Mengede gefragt, wo er ja seit dem 5. Lebensjahr lebt, erklärt er: „Als freier Künstler und Kommunalbeamter der Stadt Dortmund habe ich mich immer wieder mit der Thematik Heimat aus verschiedensten Sichtwinkeln auseinandergesetzt. Das hat dazu geführt, dass ich mich eher als „Ruhrgebietler“ und weniger als „Mengeder“ sehe und fühle”.

Ohne berufliche und musikalische Abhängigkeiten hätte er früher mit seiner Ehefrau auf Texel (Niederlande) wohnen wollen. Das ist aber nicht mehr geplant, allerdings wird dort regelmäßig viele Wochen im Jahr Urlaub gemacht.

Das folgende Gedicht von Thorsten Trelenberg beschreibt wunderbar seine Auffassung von  Heimat:

Emscherland

Voll besetzte Theater Kinos Musik

Und Mondpaläste

Athleten auf Flüssen und Kanälen

Lassen ihren Kräften freien Lauf

Unter ein paar dunklen Wolken

Erklimmen Glückselige die Kulisse

Eines Landschaftsparks

Emscherland

Gewandelte verwandelte Struktur

Nährboden für Möglichkeiten

Trotz

Manch noch gähnender Wunde

Hier und da

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Hinweis: Zur Vergrößerung der Fotos diese bitte anklicken!

MENGEDE:InTakt! hat Michael Bareckis  gebeten, den (aktualisierten) Fragebogen von Marcel Proust* auszufüllen. Hier ist das Ergebnis:

Ihr Motto/Leitspruch?
Musik ist Kommunikation.
Ihr Hauptcharakterzug?
Kommunikativ und kreativ.
Welche natürliche Gabe möchten Sie besitzen?
Keine, denn ich bin so wie ich bin.
Was verabscheuen Sie am meisten?
Geiz und Unehrlichkeit.
Ihr Interesse an Politik?
Gesellschaftspolitik viel, Parteipolitik wenig.
Glauben Sie Gott sei eine Erfindung des Menschen?
Ja.
Welche Reform/Erfindung bewundern Sie am meisten?
Die Klimaanlage für mein Musikzimmer!
Mit wem möchten Sie an einer Hotelbar ein Glas Wein trinken und dabei worüber reden?
Mit meiner Frau und wir würden über den nächsten Tag reden.
3 Dinge, die Sie mit auf eine einsame Insel nehmen würden?
Einen Kontrabass, weil ich dann endlich mal Zeit zum Erlernen hätte, Pflaster für die wunden Finger und ein Kommunikationsmittel, um von der Insel wieder runterzukommen.
Sommer oder Winter?
Frühling oder Herbst.
Ihre Hobbies?
Musik.
Film oder Buch?
Buch.
Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen?
The Bletchley Circle.
Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
Ich lese gerade die Sharpe-Serie zum zweiten Mal.
Ihre Lieblingsmusik?
Hauptsächlich Jazz-Musik.
Ihre Lieblingsblume?
Die Tulpe, weil ich gerne nach Holland fahre.
Ihr Lieblingstier?
Koala-Bär.
Essen & Trinken hält Leib und Seele zusammen – auch bei Ihnen? Wenn ja, was ist es?
Eher nein …
 * Der Fragebogen von Marcel Proust
Was denken und fühlen bekannte Zeitgenossen? Diese Fragen faszinierten die Menschen schon immer. Vorbild für diese Fragen ist der wohl bekannteste Fragebogen, der den Namen des französischen Schriftstellers Marcel Proust (1871-1922) trägt. Dieser hat ihn aber nicht entworfen, sondern nur ausgefüllt, das heisst, genau genommen sogar zweimal: Einmal als 13-jähriger auf einer Geburtstagsparty. Dann im Alter von etwa 20 Jahren einen ähnlichen Fragebogen, dem er selber den Titel «Marcel Proust par lui-même» («Marcel Proust über sich selbst») gab. Berühmt wurden die Fragen durch Publikationen z. B. in der FAZ.
MENGEDE:InTakt! hat den Fragebogen etwas aktualisiert.
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