Abwasserfreiheit der gesamten Emscher schreitet voran…

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… und soll bis Ende 2021 erreicht sein

Abwasserkanal Escher: Foto: Rupert Oberhäuser/EGLV
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Die schrittweise Inbetriebnahme des großen unterirdischen Abwasserkanals Emscher (AKE) schreitet weiter zügig voran. Seit dem Start im September 2018 wurden auf der 35 Kilometer langen Strecke von Dortmund-Deusen bis Bottrop bereits 14 seitliche Abwassereinleitungen aus den Kommunen an den AKE angeschlossen – darunter inzwischen auch der Nettebach,  der Bodelschwingher Bach sowie der Herrentheyer Bach im Bereich des Stadtbezirks Mengede

Mit jedem jedem Kanalanschluss wird die Emscher  sauberer, denn die seitlichen Einleitungen werden umgeklemmt, anstatt in den Fluss fließt der Schmutz nun in den unterirdischen Abwasserkanal Emscher (AKE). Somit rückt die Abwasserfreiheit der Emscher immer näher.

Emscherzufluss Herrentheyer Bach im Jahr 2019; Foto: K.N.

Im Laufe des Jahres 2020 werden zehn weitere Seiteneinleitungen angeschlossen, darunter der Heimanngraben in Mengede. Die weitgehende Abwasserfreiheit in der gesamten Emscher bis Dinslaken will die Emschergenossenschaft bis zirka Ende 2021 erreichen.

Es ist schon ein Phänomen, dass es so lange gedauert hat, bis  das Anliegen der Bevölkerung vernehmbar  genug artikuliert wurde und somit politisch handlungsfähige Mehrheiten daraus entstanden sind. Lag vielleicht auch daran, dass die an der Emscher lebende Bevölkerung mit der Besonderheit „ihrer“ Emscher groß geworden ist und diese Besonderheit als naturgegeben hingenommen hat.  Allerdings gab es in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts bereits Widerspruch.

Emscherzufluss Herrentheyer Bach im Jahr 1955; Foto: Dr. Dieter Neuvians

Der Chronist dieser Zeilen erinnert sich an eine Debatte in der damaligen Mengeder Nord-West Zeitung, in der wenig Verständnis über die fehlende Bereitschaft der Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft gezeigt wurde,  eine technische Lösung zu finden, den gesamten Dreck unterirdisch zu transportieren.
Dies hatte wohl auch damit zu tun – um das jetzt mal etwas provokant zu formulieren – dass in den nördlichen Stadtteilen der Ruhrgebietsstädte der Dreck abgeladen wurde, während die südlichen Bezirke sich herausputzen durften. Diejenigen, die im Norden lebten, wehrten sich nicht und die im Süden lebten, fanden beides in Ordnung.

Aber das ist ein anderes Thema, dem MENGEDE:Intakt! sich noch einmal gesondert widmen sollte.

 

 

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