BUND fordert Böllerverbot zu Silvester…

…und schlägt vor, die freiwerdenden Gelder in einen Hilfsfond  für Corona-Geschädigte einzuzahlen

Die Corona-Pandemie forciert die Diskussion um ein Böllerverbot zu Silvester auch in Dortmund. Während in den Niederlanden ist ein solches Verbot bereits beschlossen wurde, um die Krankenhäuser im Fall von Unfällen nicht zusätzlich zu belasten, steht eine Entscheidung in Deutschland noch aus. Allerdings haben einige Kommunen bereits angekündigt, entsprechende Beschlüsse zu fassen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Dortmund würde ein solches Verbot unterstützen und appelliert an den Rat der Stadt Dortmund, einen entsprechenden Beschluss zu fassen. In den letzten Jahren hatte die Stadt ein Verbot bereits erlassen, allerdings nur auf ausgewählten öffentlichen Plätzen und lediglich aus Gründen des Brandschutzes.

Die Corona-Lage sowie hohe Schadstoff- und Lärmbelastungen erfordern aus der Sicht des BUND nun ein Böllerverbot für das ganze Stadtgebiet – zumindest in diesem Jahr. Damit würde ein maßgeblicher Beitrag zur Luftreinhaltung geleistet, denn im vergangenen Jahr wurde der zulässige Freistaub-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft auch zwei Tage nach Silvester an der Messstation Steinstraße mit 117 und an der Brackeler Straße mit 256 Mikrogramm pro Kubikmeter erheblich überschritten.

Thomas Quittek, Sprecher des BUND Dortmund, bittet die Bevölkerung, unabhängig von der Beschlusslage in diesem Jahr auf das Abbrennen von Feuerwerkskörpern zu verzichten. Er schlägt vor,  die eingesparten Gelder einem von der Stadt und von sozialen Trägern einzurichtenden Hilfsfonds für Corona-Geschädigte zu spenden.

Auch die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert einen Jahreswechsel ohne sinnlose Böllerei
In einer Petition der DUH an den OB der Stadt Münster, an den Innenminister des Bundes und an die Umweltministerin des Bundes heißt es u.a.:
“Besonders in diesem Jahr machen wir uns große Sorgen um die Folgen der Silvesterböllerei: Jährlich werden in Deutschland zu Silvester innerhalb weniger Stunden bis zu 5000 Tonnen an Feinstaub durch Feuerwerkskörper freigesetzt. Wenn wir uns die verheerenden Covid-19 Zahlen ansehen, muss klar sein, dass wir unsere Atemwege nicht mit zusätzlichem Feinstaub belasten dürfen. Laut einer neuen Studie,  u.a. aus dem Max-Planck-Institut in Mainz in Mainz, ist in Deutschland bei 26 Prozent der Covid-19-Todesfälle die Luftverschmutzung ein wahrscheinlicher Co-Faktor!

Doch nicht nur die erhöhten Feinstaubwerte machen diese laute und schmutzige Tradition zu einem No-Go. Die Knallerei verletzt zahlreiche Menschen, lässt Tiere leiden und verursacht riesige Abfallmengen. Wir alle kennen die Schreckensszenarien von Raketen, die in Menschenmengen geschossen werden oder von Böllern, die in Kinderhänden explodieren.

Und nicht zuletzt entsteht wahnsinnig viel Müll, der teilweise mitten in die Natur katapultiert wird. Allein in den fünf größten deutschen Städten (Berlin, Hamburg, München, Köln und Frankfurt am Main) fallen an Neujahr jeweils rund 200 Tonnen Silvesterabfall an. Unvorstellbar!
Gemeinsam fordern wir: ‘Diesmal #böllerfrei ins neue Jahr!‘ “

Bisher wurde diese Petition von 291.189 Mensch unterzeichnet.

Quellen: BUND, Dortmund; DUH; Foto: K.N.
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