Genosse Jesus

Peter Grohmann
Von Peter Grohmann
Bevor unsere Altvorderen 1933 dem Führer die Macht übergeben hatten, waren die Eisenbahnen nahezu restlos in Gemeinbesitz, selbst die Gäubahn, die Riedbahn und die Straßenbahn. Und natürlich auch die Post, die Telegrafenämter, der Rundfunk, die Gas- und Wasserversorgung, die Elektrizitätswerke und weiß der Himmler was noch alles. Es gab Sparkassen und Genossenschaftsbanken, ein flächendeckendes Netz von Konsumläden von der Maas bis an die Memel – das Genossenschaftswesen war weitaus stärker als heute entwickelt und demokratischen Strukturen verpflichtet. Da stand etliches an Freiwilligkeit und Selbstverantwortung auf der Tagesordnung (TOP 1) und bei den 50.000 Genossenschaften etwa hatten die Genossinnen und Genossen tatsächlich noch den Hut auf. Selbsthilfe, demokratisch gewählte Betriebsleitungen und eine durch die Mitglieder kontrollierte Unternehmensführung – aber Hallo! Meine Omi Glimbzsch in Zittau würde jetzt fragen: „Und? Hat’s was geholfen gegen die braunen Banden?“ Die letzten freien Wahlen ’33 waren keine, das haben wir nicht gelernt und wenn, dann vergessen wie so vieles. Was die nächsten freien Wahlen angeht, bleibt vorerst geheim: Der Urnengang ins Ungewisse. Sicher ist nur: Seine Heiligkeit Elon Musk, Kryptospekulant und Kryptochrist und heute schon Schattenpräsident von morgen, könnte seiner Partei 100 Millionen Euro zuschustern, um das Jahr und Deutschland zu retten. Die multipolaren Querdenker lauern im Gebüsch. Mensch, Genosse, greif ein!