
Eine Delegation aus Vertreter*innen der Stadtverwaltung, Ratspolitik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft reist heute für zwei Tage nach Kopenhagen.
© Stadt Dortmund / Laura Heiduk
Von Kopenhagen kann man sich Vieles abschauen. Die dänische Hauptstadt hat auf vielen Feldern weltweit Maßstäbe gesetzt. Sie treibt die Verkehrswende an, vor allem durch die Priorisierung des sicheren und bequemen Radfahrens. Mehr als 50 Prozent der Einwohner*innen nutzt inzwischen täglich das Rad. Kopenhagen ist auch Pionier bei der Energiewende: Die Stadt verfolgt eines der weltweit ehrgeizigsten Ziele zur CO₂-Neutralität. Nahezu 100 Prozent der Haushalte sind an ein hocheffizientes, zentrales Fernwärmesystem angeschlossen.
Vorbildliche Außer-Haus-Verpflegung in Kopenhagen
Dass Kopenhagen auch führend ist bei der Organisation von Gemeinschaftsverpflegung – zum Beispiel in Schulen und Kitas – ist in der breiten Öffentlichkeit weniger bekannt. In einem umfassenden Prozess wurde in den letzten 15 Jahren die Versorgung in den über 1.000 städtischen Einrichtungen von der Kita bis zum Seniorenheim auf eine hochwertige, gesunde und nachhaltige Frischküche umgestellt. Ein hoher Anteil von Bio-Zutaten (ca. 90 Prozent) wurde dabei als Hebel und Monitoring-Instrument genutzt.
Dieses System der Außer-Haus-Verpflegung kennenzulernen und Impulse mit nach Hause zu nehmen, ist Ziel der Exkursion der Delegation aus Dortmund. Mit dabei sind 27 Vertreter*innen der Stadtverwaltung, der Ratspolitik und Zivilgesellschaft (Ernährungsrat Dortmund und Region e.V., Romero Initiative (CIR) e.V.) sowie Akteur*innen der Dortmunder Kita- und Schulverpflegung, darunter Träger und Caterer. Mit dabei sind auch Monika Nienaber-Willaredt, Dezernentin für Schule, Jugend und Familie, sowie Stefan Szuggat, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen. Die Exkursion wird durch EU-Mittel finanziert und gemeinsam von der Stadt Dortmund und dem Team Ernährung und Landwirtschaft der Königlichen Dänischen Botschaft organisiert.
Bausteine aus Kopenhagen für Dortmund
Die Fachexkursion soll den inter- und intrakommunalen Austausch fördern und Ideen geben für konkrete Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Dortmunder Gemeinschaftsverpflegung. Die Verpflegung in Kitas und Schulen ist für die Stadt Dortmund nicht nur hinsichtlich der Gesundheitsförderung wichtig. Gutes und nachhaltiges Essen zahlt auch ein auf die Dortmunder Umwelt- und Klimaschutzziele, denn dabei wird deutlich weniger CO₂ verbraucht.
In den nächsten zwei Tagen besuchen die Dortmunder*innen verschiedene Orte in Kopenhagen, die praktisch veranschaulichen, welche Fortschritte möglich sind, wenn verschiedene Bausteine intelligent kombiniert werden. Neben der frischen Zubereitung vor Ort und der Bio-Qualität liegt der Fokus des Kopenhagener Modells auf einer pflanzenbasierten Ernährungsweise sowie Regionalität. Nach dem Grundsatz „seeing is believing“ (Sehen heißt Glauben) zeigen die konkreten Beispiele, wie eine Außer-Haus-Verpflegung gestaltet werden kann, die sich an sozial- und umweltpolitischen Zielen ausrichtet und gleichzeitig zur lokalen Wertschöpfung beiträgt.
Stadt baut Standards und Unterstützungsangebote weiter aus
Das unternimmt die Stadt Dortmund jetzt schon: Für den Offenen Ganztag der Grund- und Förderschulen hat sie bereits festgelegt, wie eine nachhaltige und gesunde Mittagsverpflegung gestärkt werden soll. Festgeschrieben ist dies im „Qualitätsrahmen Ganztätige Förderung für Kinder im Grundschulalter“ im Modul Gemeinschaftsverpflegung. Die Stadt bietet Unterstützung für Produktionsküchen und Caterer, um höhere Qualitätsanforderungen an die Verpflegung wirtschaftlich umzusetzen.
Beim EU-Förderprojekt „Turn the Tables“ können Küchen sich praktisch beraten lassen, wie sie die Bio-Quote erhöhen und gleichzeitig Kosten im Betriebsablauf einsparen können („Dortmund tischt auf“). Auch über das Förderprojekt „FoodConnectRuhr“ gibt es Beratungsangebote und Vernetzungsplattformen für Akteur*innen der Dortmunder Gemeinschaftsverpflegung, zum Beispiel für OGS-Trägerschaften nach den Sommerferien.
Die Exkursion wird von der Europäischen Union im Rahmen des Projektes „Turn the Tables” kofinanziert. Für die Inhalte sind ausschließlich die Veranstalter*innen verantwortlich; sie geben nicht notwendigerweise die Sichtweise der Europäischen Union wieder.