Die Villa Kunterbunt liegt in Trümmern

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Familie Kock hat Ferienspaß-Container schon abgebaut

Tim Kock: eigene Ferien für den Ferienspaß geopfert.

In diesem Jahr gab es – erstmals seit Jahrzehnten – keine Mitwirkung des „Mengeder Ferienspaß“ beim Ferienprogramm für Kinder im Stadtbezirk. Stattdessen schwitzen der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Tim Kock, seine Eltern und der Bruder derzeit im Volksgarten beim Abbau der Container. Was beim Besuch der Baustelle am heutigen Dienstag zu sehen ist, hat schon keine Ähnlichkeit mehr mit der aus fröhlich bemalten Containern improvisierten Villa Kunterbunt, die für Mädchen und Jungen über Generationen hinweg Treffpunkt in den Sommerferien war. Nur noch das zusammengesunkene Dach liegt da, ein Trümmerhaufen aus Holz und Dachpappe. Tim Kock: „Mit dem Abbau habe ich meinen Jahresurlaub verbracht. „ Doch der Humor ist ihm nicht abhanden gekommen. Er fügt schmunzelnd hinzu: „So viel Bewegung im Freien hätte ich sonst wohl nicht gehabt.“

Familie Kock beim Abbau der Container-Reste.

Tim Kock und sein Vater Günter hatten sich in der Einwohnerfragestunde der letzten Bezirksvertretersitzung zu Wort gemeldet. Anlass war eine Aussage des Stadtgrün-Vertreters Heiko Just in der Juli-Sitzung, das Tiefbauamt habe der Arbeitsgemeinschaft Mengeder Ferienspaß Unterstützung für die Entfernung der Bauten angeboten. Diese Aussage, so Kock, sei nicht richtig. Lediglich bei der Herrichtung des neuen Lagerplatzes an der Waltroper Straße habe die Stadt Hilfe angeboten. Leider sei er bei der Sitzung verhindert gewesen; er habe erst im Nachhinein gelesen, wie sich die Verwaltung dazu äußerte. Günter Kock kritisierte auch die Politiker, die sich „von der Verwaltung an der Nase herumführen“ ließen. Insgesamt 3000 Arbeitsstunden seien von der Familie Kock und einigen Helfern aus der Arbeitsgemeinschaft allein geleistet worden.

Bezirksvertretung: Haben uns auch geärgert

Die Elektrokabel für die bisherige Stromversorgung sind noch da – und in gutem Zustand, habe ein Elektriker versichert, bedauert Kock. Fotos: Zybon-Biermann

 

Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch und SPD-Sprecherin Gudrun Feldmann wiesen darauf hin, dass die Bezirksvertretung oft verärgert gewesen sei über die von der Verwaltung vorgelegte Planung. Vieles sei daneben gegangen; Zusagen seien nicht eingehalten worden. Feldmann versicherte, es habe sie sehr getroffen, dass der Ferienspaß in diesem Jahr ausfallen musste.

Eine gute Nachricht hatte Tim Kock jetzt bei dem Gespräch im Volksgarten zu vermelden. Für die Garagen, die, wäre es nach den Wünschen der Veranstalter und der Lokalpolitik gegangen, als Büro- und Lagerräume hätten bleiben sollen, habe sich ein Interessent gefunden, der sie behalten und bei sich aufstellen möchte, so Kock. Der werde sich auch um die notwendigen Genehmigungen kümmern. Für den Sommer 2019 hofft die Arbeitsgemeinschaft wieder auf normalere Verhältnisse. Dann sollen die Kinder wieder ihren Ferienspaß im Hansemannpark genießen.

Eins tut dem Verein besonders leid, auch wenn er selbst nicht mehr betroffen ist: dass die gesamte technische Infrastruktur , auch die intakte Stromversorgung, im Volksgarten abgebaut und 2019 ersetzt wird. Die Bauarbeiten sollen laut Verwaltung “voraussichtlich” zwischen Juli und September stattfinden. In dieser Zeit soll auch die Wasserleitung ersetzt werden, sodass während der Bauphase kein Frischwasser zur Verfügung steht. Strom gibt es dann lediglich über den bestehenden Hauptverteiler. Das könne für Großveranstaltungen auf keinen Fall ausreichend sein. Tim Kock: „Ein Elektriker sagte mir, dass die vorhandenen Kabel in ausgezeichnetem Zustand seien und noch Jahre halten könnten.“ Und merkt kritisch an: „Dieselgeneratoren kosten nicht nur viel Geld; sie sind auch laut und alles andere als umweltfreundlich.“ Diese Bedenken hatte bereits Gaudium-Organisator Detlef Huß geäußert. (Mengede InTakt berichtete am 12. 7. 2017, am 8. 2., 28.4. und 12.7. 2018).

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