Traum vom Kinderhof nur mit Ikeas Ja

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help and hope stellt Ideen vor – Planer mahnt zu Vorsicht

Viel Publikum gibt es öfter im Gut Königsmühle – auch Erwachsene, wie hier bei der nordwärts-Wanderung 2017.

Natur erleben, Tieren begegnen, den Ursprung unserer Nahrung kennenlernen: Das alles möchte die Stiftung help and hope Kindern vermitteln, vor allem denjenigen, die sonst keine Gelegenheit dazu haben, weil sie sozial benachteiligt sind oder ein Handicap haben. Als die Stiftung vor zwei Jahren das Gut Königsmühle erwarb, sei ihr das historische Anwesen „riesengroß“ vorgekommen, schilderte Vorstandsvorsitzende Sandra Heller jetzt der Bezirksvertretung (BV) ihren ersten Eindruck. Inzwischen biete die Stiftung bereits viele Freizeitaktivitäten für alle Altersstufen an, die gut angenommen werden. Dabei seien Ideen und ein Traum entstanden, der allerdings einen Erweiterungsbau voraussetze. Ob das möglich sein wird, ist ungewiss. Bestehendes Planungsrecht könnte sich als schwer überwindbares Hemmnis erweisen.

Neben Sandra Heller berichteten die pädagogische Leiterin Judith Hesselink und Thomas Rohr vom Stadtplanungsamt über das Projekt auf dem aus dem 19. Jahrhundert stammenden, denkmalgeschützten Gutshof. Die Ursprünge des Anwesens reichen allerdings viel weiter zurück – bis ins Mittelalter, wo an diesem Ort eine Wassermühle betrieben wurde. Heute sind hier einige Organisationen und Vereinen angesiedelt, mit denen help and hope zusammenarbeitet. Dazu gehören der Waldorf-Kindergarten, die Vereine Soziale Arbeit und Christopherus Haus und die Demeter Gärtnerei. Außerdem wird die Arbeit der Stiftung vom Forschungsprojekt Kitzdo unterstützt.

Bisherige Angebote finden viel Anklang

Judith Hesselink lässt sich bei der Auswahl der Projekte“ vom Kalender oder der Natur in der Umgebung“ inspirieren. So wird im November St. Martin über den Hof reiten – auf einem echten Pferd. Waldpaziergänge finden regelmäßig statt, wenn das Wetter es zulässt:“Wenn Tiere sich sehen lassen, sind das immer große Ereignisse“, schildert Hesselink. Die bisherigen Angebote finden bereits großen Anklang, sodass nicht mal alle, die mitmachen möchten, dies können. „Kinder mit Behinderung oder aus Hartz IV-Familien haben Vorrang; die anderen werden ausgelost“, bedauert die pädagogische Leiterin.

Da offensichtlich Bedarf bestehe, wünscht sich das help and hope-Team auch die Möglichkeit, ganze Schulklassen hierhin einzuladen, sie übernachten zu lassen und im Hofcafé zu verpflegen. An einigen Schulen seien die Probleme, die Kinder und Jugendliche miteinander haben, besonders schlimm. Mobbing und Gewalt seien an der Tagesordnung, Deeskalation und Hilfe bei der Berufsfindung dringend nötig. Für die Übernachtungsmöglichkeiten brauche man einen Neubau. Die Vision vom Begegnungshof im Grünen hat allerdings einen Haken. Warum, erläuterte Stadtplaner Thomas Rohr.

MG 159: Gut Königsmühle ist „Sonderfläche“

Der gültige Bebauungsplan Mg 159 gelte für das gesamte Gebiet des Güterverteilzentrums (GVZ) in Ellinghausen. Auch das Gelände des alten Hofes ist hier eingezeichnet – und zwar als Sonderfläche für „logistikaffine Dienstleistungen“. Da Ikea als Eigentümer hier die Genehmigung zu einem 24-Stunden-Betrieb habe, sei es schwierig, hier Häuser für Wohnzwecke zu errichten, schon aus Gründen des Lärmschutzes. Hinzu komme der Denkmalschutz für einen Teil der vorhandenen Gebäude. Darüber hinaus führt der einzige derzeit vorhandene Weg zum Gut Königsmühle über den Privatweg des Konzerns. Rohr empfahl der Stiftung, sich bei den Vorschlägen zur Weiterentwicklung auf das eigentliche Hofareal zu beschränken. Ikea werde auf jeden Fall seine Zustimmung geben müssen, bevor help and hope sich an die Verwirklichung des eigenen Traums machen könne. Das Unternehmen besitze Flächen in direkter Nähe zu dem Gut, die es bis jetzt noch nicht in Anspruch genommen habe.

Sandra Heller betonte, man hoffe, sich einigen zu können, da das nachbarschaftliche Verhältnis bis jetzt ausgezeichnet sei und Kontakt zueinander bestehe. Auch Bezirksbürgermeister Wilhelm Tölch wünschte im Namen der BV, dass Gut Königsmühle sich weiter entwickeln und ausgebaut werden könne.

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