Bodenvertiefung neben dem Judenfriedhof

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Still ruht das Loch

Am 19 Februar 2018 berichtete MENGEDE:InTakt!  von einer katerähnlichen Vertiefung von mehr als 2 Metern Durchmesser und ähnlicher Tiefe am Rand einer Wiese in der Siegenstraße am Ende des Judenfriedhofs. Da sich dort ein extremes Bergsenkungsgebiet befindet, vermuteten wir damals einen Tagesbruch, der nach Verbrüchen im Untergrund entstanden sein könnte. Diese Vermutung hat sich nicht bestätigt. 

Damalige Untersuchungen der Stadt Dortmund haben ergeben, dass es sich höchstwahrscheinlich um Unterspülungen, verursacht durch einen naheliegenden Abwasser-Kanal handelt. Das Loch wunde mit einem Zaun gesichert, an dem die Stadt Dortmund als Errichter angegeben ist. So ist zumindest die Gefahr gering geworden, dass ein Passant hineinfällt. Da die gegenüberliegende Gaststätte „Haus Lüke“ seit Jahren geschlossen ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein total Betrunkener die Stelle passiert und unfreiwillig abrutscht, auch nahe null.

Ob für die Hunde, die auf der Wiese gern mal ein kleines oder großes Geschäft erledigen, eine Gefahr besteht, vermag mag ich nicht zu beurteilen. Doch was ist seitdem geschehen? Nichts, wenn man davon absieht, dass die Kuhle noch ein wenig größer geworden ist, dafür aber von dem heranwachsenden Gras mehr und mehr getarnt wird. Offenbar können sich Stadt Dortmund und Emschergenosssenschaft nicht einigen, wer für die Schadensbeseitigung und die anschließende Verfüllung zuständig ist. Gerd Beverungen, dessen Garageneinfahrt an die Bodenvertiefung grenzt, berichtet: „Als der Zaun errichtet wurde, haben die Vertreter der Stadt Dortmund mir gesagt, wenn was passiert, soll ich die Feuerwehr anrufen.“   

Bergsenkungen an der Siegenstraße: Früher verlief die Straße waagerecht.
Als Tagesbruch (auch: Tagebruch, Tagbruch) bezeichnet man einen Bergschaden, der nach Verbrüchen im Untergrund bis an die Erdoberfläche (in der Bergmannssprache „Tag“ genannt) durchbricht. Dort wird der Schaden oft durch Risse oder kraterähnliche Einsturztrichter („Pinge“) sichtbar.
“Tagesbrüche treten in der Regel durch den Einsturz alter, nicht verfüllter Bergwerk­sstollen und -schächte auf und sind daher in Bergbauregionen besonders häufig“, weiß Wikepedia zu berichten. Das scheint aber nach den bisherigen Untersuchungen an der Siegenstraße nicht der Fall zu sein.
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Ein Kommentar

  1. Unser Leser Gerhard Latterner kommentiert:

    Rot- weiße Absperrungen prägen das Ortsbild.
    Langfristige Absperrungen in jeglicher Form scheinen im Ortsbild immer häufiger prägendes
    “Gestaltungselement“ zu sein.
    Im Stadtbezirk Mengede sind mir mehrere Absperrmaßnahmen bekannt: u.a. “Schwieringhauser Brücke“, “Straßenquerung der Straße Im Siesack über den Bruchgraben“ – vermutlich wegen Fehlen einer einfachen Absturzsicherung- und “Bodenvertiefung, Nähe Judenfriedhof“.
    Insbesondere aber die letztgenannte Absperrung wirft auch im Hinblick auf den Erdbruch an der Emscherallee in Dortmund- Huckarde noch die folgende Frage auf: Wurde durch eine fachmännische Untersuchung tatsächlich die Ursache des Erdbruchs festgestellt?
    Eine Information der Öffentlichkeit scheint es nicht gegeben zu haben!?
    Die Angabe der Schadensursache und der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen durch die Errichterin der Absperrung sollte doch zumindest als Selbstverständlichkeit angesehen werden.

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