“Emscher nordwärts” – ohne Mengede?

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Bericht über IGA-Planung enttäuschte Hoffnung der BV

Ein Riesenprojekt – die Internationale Gartenausstellung 2027: ein anspruchsvolles Vorhaben, das viel Vorarbeit braucht.

„Emscher nordwärts“ – der Name des Dortmunder Projektes im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 hatte in Mengede viele Erwartungen geweckt. Entsprechend groß war die Enttäuschung vor Ort, als jetzt Projektleiterin Gisela Nürenberg vom Amt für Stadterneuerung und Quartiersentwicklung in ihren Bericht über die bisherige Planung nichts im Gepäck hatte, was der Bezirksvertretung (BV) Aufschluss über die Gestalt des Vorhabens auf Mengeder Gebiet geben konnte.

Wie schon im letzten Jahr, als die Vorlage erstmals empfohlen werden sollte, endete der Bericht am Bahnhof Mooskamp in Nette. „Darüber stimmen wir nicht ab,“ entschied die CDU-Fraktion, weil der Stadtbezirk in dem Text nicht enthalten sei. Auch die SPD und Jürgen Utecht (Grüne) machten aus ihrer Verärgerung keinen Hehl. Mengede werde auch in dem neuen IGA-Plan nicht erwähnt. Die Vorlage wurde mehrheitlich abgelehnt.

Versprochen… – wird nicht gebrochen, braucht nur Zeit

Eine Auenlandschaft, die ihr Gesicht – je nach Wasserstand – wchselt: die Hochwasserrückhaltebecken.

Die stellvertretende SPD-Fraktionssprecherin Anja Hubert kritisierte, dass keiner der zum Thema passenden Orte auf Mengeder Gebiet wie z. B. die „sehr attraktiven Hochwasser-Rückhaltebecken“ mit einbezogen worden sei. Dabei habe der Oberbürgermeister im letzten Jahr versprochen, dass der Stadtbezirk vollständig in dem Großprojekt enthalten sein werde (siehe unseren Bericht vom 28. November 2018).

Gisela Nürenberg versicherte, die Erklärung sei richtig und werde auch so umgesetzt. Sie warb um Verständnis dafür, dass die Planung noch nicht weiter gediehen sei. Leider sei der Arbeitsaufwand für die Herstellung genauer Pläne sehr hoch und zeitraubend; außer ihr sei nur ein weiterer Mitarbeiter damit beschäftigt. Man arbeite derzeit mit Hochdruck daran, damit die Unterlagen für das Bewerbungsverfahren rechtzeitig eingereicht werden könnten. Das sei nötig, um die Finanzierung zu sichern. Das Brückenbauwerk „Haldensprung“ über die Bahnstrecke stelle dabei die größte Herausforderung dar. Diesem Problem stehe gleichzeitig die große Chance gegenüber, den gesamten Raum aufzuwerten. Sie sei zuversichtlich, dass alles rechtzeitig zu schaffen sei.

Kostet Kraft und Zeit – die Brücke „Haldensprung“

Eintrittsgeld für den Bahnhof Mooskamp wird während der Ausstellung fällig sein.

Auf die Kritik von Jürgen Utecht, ihm fehle vor allem ein Verkehrskonzept, gestand die Raumplanerin ein, das Thema Verkehr brenne ihr auch auf den Nägeln, brauche aber leider Zeit. Gudrun Feldmann (SPD) missfiel die Idee, für den Besuch des Bahnhofs Mooskamp Eintrittsgeld zu verlagen. Nürenberg versicherte, das werde nur für eine kurze Zeit so sein. Während der Dauer der Ausstellung werde es neben den Gärten noch weitere Bereiche geben, für deren Besuch man bezahlen müsse. „Wenn wir auf die IGA verzichten und auf eintrittspflichtige Bereiche, haben wir keine Finanzierung für „Emscher nordwärts“.

Ein Vorschlag „zur Güte“ von Grünen-Sprecherin Isabella Knappmann, die jetzt präsentierte Planung zu empfehlen und sich danach die weiteren Projekte einzeln vorlegen zu lassen, fand keine Zustimmung bei den anderen Fraktionen. Die CDU blieb bei ihrem Nein; die SPD empfahl lediglich einen Punkt – das dringend benötigte Brückenbauwerk „Haldensprung“.

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