Wohnen am Autobahnrand – nein danke

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Kein Beifall aus dem Amtshaus für einen alten Vorschlag

Blick auf die Schloßstraßen-Allee und einen Teil des Baugebietes Bodelschwingher Berg.

Kein Wohnungsbau bis an den Autobahnrand im Stadtbezirk Mengede! Nicht alle Änderungswünsche der Stadt Dortmund zum Entwurf des Regionalplans Ruhr fanden den Beifall der Bezirksvertretung. Daher empfahlen die Fraktionen im Amtshaus die Stellungnahme der Planungsverwaltung dazu nur mit kritischer Anmerkung. Die Behörde hat nämlich die bereits in den 90er Jahren verworfene Erweiterung der Siedlungsfläche des Neubaugebietes Bodelschwingher Berg wieder ins Gespräch gebracht.

Bei dem fraglichen Grundstück handelt es sich um ein großes, vorwiegend landwirtschaftlich genutztes Gelände südlich von Schloss Bodelschwingh. Nach Meinung des Regionalverbandes Ruhr (RVR) soll das so bleiben. Im Entwurf des Regionalplanes ist an dieser Stelle Freiraum festgelegt. Dortmunds Stadtplaner vertreten dagegen die Ansicht, man solle diese Fläche in den allgemeinen Siedlungsbereich (ASB) mit einbeziehen. Das Gelände sei dreiseitig von Siedlungsraum umgeben, argumentiert die Verwaltung. Die Potentialfläche biete sich als Lückenschluss an. Daher solle sie in den ASB integriert werden.

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Die Stromtrasse soll noch weitere Leitungen aufnehmen, was das vorhandene Magnetfeld verstärkt. Fotos: Zybon-Biermann

Grünen-Sprecherin Isabella Knappmann erinnerte daran, dass bei der Bebauungsplanung ursprünglich dort vorgesehen war, parallel zur Autobahn einen Riegel mehrstöckiger Mietshäuser zu errichten. Diese hätten für die weiter entfernt liegenden Eigenheime quasi den Lärmschutzwall abgegeben. Die zynisch klingende Idee stieß bei der Lokalpolitik auf so wenig Gegenliebe, dass die Stadt auf die Einbeziehung des Geländes verzichtete. Die Situation habe sich nicht verändert, meinten die Bezirksvertreter jetzt. Die selbst in Westerfilde wohnende Knappmann gab außerdem zu bedenken, dass die Hochspannungstrasse, die bereits jetzt schon bedeutend sei, evtl. weitere Leitungen aufnehmen müsse, was die davon ausgehenden Magnetfelder weiter verstärke.

Zudem sei bald mit der sechsspurigen Erweiterung der Autobahn A 45 zu rechnen – das hieße, diese rücke ohnehin näher an die bestehende Bebauung heran. Von „ruhiger Lage“ kann schon jetzt keine Rede sein.

Mit dem in der Vorlage enthaltenen Hinweis, der Gleisanschluss für das Gelände des ehemaligen Knepper-Kraftwerks solle im Regionalplan eingezeichnet werden – genau wie im Bereich des IKEA-Lagers – erklärte sich die BV einverstanden. Isabella Knappmann fragte sich allerdings, wie die Gleise geführt werden sollen: „Wir haben gar keine ausreichend großen Flächen für neue Schienen mehr.“

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