Schlaflose Nächte am alten N & E Gelände

| Keine Kommentare

Dönnstraßen-Anwohner beschweren sich im Amtshaus

Das Tor zum Gewerbegebiet auf dem früheren N & E Gelände nervt die Anwohner. Derzeit sei es kaputt und ständig offen.

Schlaflos in Nette? Diesem Schicksal scheint die Nachbarschaft des früheren Nickel & Eggeling-Geländes an der Dönnstraße nicht zu entkommen. Bereits in den letzten Jahren beklagten die Bürger dort nächtliche Störungen, unheimliche Begegnungen mit fremden Besuchern, die Geräusche von Hundekämpfen, Schüsse und Feuer. Die zwischenzeitlich aufkeimende Hoffnung auf Besserung hat sich nicht bestätigt: Jetzt legten Anwohner der Dönnstraße in der Einwohnerfragestunde der Bezirksvertretung eine Beschwerde über „das Treiben“ auf der Gewerbefläche zwischen Nette und Mengede vor.

Pausenlos Verkehr wie am Hauptbahnhof

Lkw, Container, Werkstätten: Der Verkehrslärm lässt den Nachbarn wenig Schlaf.

„Seitdem dort ein „kleines“ Gewerbegebiet eröffnet wurde, haben wir hier nur noch Lärm und Ärger“, heißt es in dem Schreiben. Die Verkehrsbelastung sei stetig, zu jeder Tageszeit, auch an Wochenenden müsse man „Verkehr wie am Hauptbahnhof“ ertragen. In der Nacht kämen große Container-Lkw an, die zum Teil direkt auf der Straße entladen würden, wobei die Fahrer keine Rücksicht auf die dort wohnenden Menschen nähmen, die durch den Lärm aus dem Schlaf gerissen würden.

Das Gelände selbst sei durch ein großes Tor abgesperrt; es werde über Chipkarten geöffnet – und das geschehe häufig. „Es haben jede Menge Menschen eine Chipkarte, um das Tor zu öffnen,“ wundern sich die Beschwerdeführer. Leider mache dieses Tor besonders durchdringenden Krach, wenn es bewegt werde. Es quietsche sehr laut, wenn es rauf oder runter fahre. Hinzu komme, dass ein unterhalb des Tores befindliches Gitter vernehmbar scheppere, wenn es überfahren wird; eine kürzliche eingebaute Schwelle in der Einfahrt verursache zusätzliche Geräusche. Derzeit sei das Tor kaputt und ständig offen, weil ein Lkw hineingefahren sei.

Rattenplage durch Müllablagerungen

So sah das Gelände von Nickel & Eggeling früher aus, als die Firma noch existierte. Foto: Archiv

Hinzu komme allgemein rücksichtsloses Verhalten von Mitarbeitern und Besuchern, die die Betriebe nachts und an Wochenenden frequentierten. Wie schon vor Jahren, seien im Sommer häufig Salven von Schüssen hörbar; in den Autowerkstätten werde offenbar rund um die Uhr gehämmert und gebohrt; im Winter komme Qualm und Geruch durch die Heizung hinzu; illegale Müllablagerungen hätten zusätzlich zu einer Rattenplage geführt.

Die Bürgersteige seien mit abgemeldeten Autos,Anhängern und Transporter zugeparkt. Diese Fahrzeuge blieben zum Teil wochenlang stehen, „da helfen auch die roten Aufkleber vom Ordnungsamt nicht.“

Kunden landen an der falschen Adresse

Was die Anwohner außerdem nerve, sei die Tatsache, dass sie häufig von Kunden der Gewerbetreibenden heraus geklingelt würden, die Autoreifen abholen oder ihr Auto repariert haben möchten. Es würden über das Internet Waren verkauft und Dienstleistungen angeboten. Dass die Kunden sich an die falsche Adresse wenden, liege wohl daran, dass die Firmeninhaber auf dem Gelände keine eigene Postadresse hätten und deshalb möglicherweise eine Hausnummer auf der gegenüber liegenden Straßenseite angeben, vermuten die Nachbarn.

Bezirksbürgermeister Tölch versprach, die Anwohner erneut zu unterstützen und die Beschwerden weiter zu leiten. Die Verhältnisse auf dem ehemaligen Nickel & Eggeling-Gelände beschäftigen Politik und Verwaltung seit Jahren. 2015 kam der Polizeipräsident auf Einladung des Bezirksbürgermeisters nach Mengede, um das Gelände und die dortigen Probleme in Augenschein zu nehmen. 2016 richtete die Fraktion der Bündnisgrünen in der Bezirksvertretung eine Anfrage an die Polizei, ob inzwischen die illegalen Aktivitäten und Straftaten auf dem Gelände erfasst seien (Siehe auch unseren Bericht vom 16. 2. 2016 „Nächtlicher Spuk auf alter Gewerbebrache“).

Damals wie heute berichtet die Nachbarschaft, dass Meldungen bei der Polizei „keine Wirkung gezeigt“ hätten.

   Send article as PDF   

Schreibe einen Kommentar