Gedanken zum Totensonntag
Mein schlechtes Gewissen erdrückt mich fast. Ich gehe über den evangelischen Friedhof in Mengede. Um diese Jahreszeit wirkt er trostlos. Die toten Blätter unter meinen Füßen rascheln. Die Dunkelheit ist nicht mehr fern. Anfangs finde ich dein Grab nicht.
Es ist schon Monate her, als ich das letzte Mal hier war. Endlich erblicke ich die Grabplatte deines Urnengrabes. Dort muss es sein. Den mitgeführten Handfeger ziehe ich aus meiner Manteltasche und befreie die graubraune Platte vom Herbstlaub. Die ehemals weiße Inschrift ist nach neun Jahren kaum noch lesbar.











